Corina Klengel:

Eine Lesung als Geschichtsstunde

Die Harzburger Autorin Corina Klengel ist zu Gast beim Kulturklub im Schloß

Literarisch ist der Harz in aller Munde. Corina C. Klengel präsentierte beim Bad Harzburger Kulturklub im Bündheimer Schloß mit ihrem Roman "Todesrune" eine neue Sicht auf die Geschichte des Harzes.

Sie kam in einem langen Umhang mit Zipfelkapuze auf die Bühne. Mitgebracht hatte sie ein Schwert, das sie an ihren Tisch lehnte. Im Hintergrund liefen Harzer Landschaftsbilder und Auszüge aus alten geschichtlichen Quellen.

Schauplätze ihres Romans sind die Harzburg und Goslar. Sie führte das Publikum in ihr Buch über den Mord am Sozialarbeiter Harald Schakenbeck ein. Bei ihm fand man geheimnisvolle Runensteine. Hauptfigur ist Tilla Leinwig als offenbar ewige Studentin, die nach der Heimkehr ihre Mutter tot am Küchentisch findet. Vor ihr steht eine Tasse mit einem Gebräu aus Eisenhut. War es wirklich ein Freitod? Tilla hat ihre Zweifel.

Viel recherchiert

Schlüssel ist ein Manuskript, das sie bei der Mutter findet. Im Verlauf des Abends erfuhren die Gäste von Tillas Neigung zu den Ritualen des Keltentums. Das macht sie in den Augen ihrer Umwelt verdächtig, sie wird zur modernen "Hexe". Sie gerät ins Visier der polizeilichen Ermittlungen und darüber hinaus durch Übersetzungsarbeiten für einen zwielichtigen Geschäftsmann.

Aus der Lesung wurde fast eine Geschichtsstunde. Corina Klengel, die in Bettingerode lebt, wusste viel über die Existenz der Kelten im Harz, über praktizierte Riten und den Durchzug der Cherusker. Mit denen hatten die Kelten offenbar einiges gemeinsam. Dass auch die Zeit des Nationalsozialismus sich diese Mythen zu eigen machten, belegte Klengel anhand von Beispielen. Nicht zuletzt warf sie die Frage auf, wie Hexenverfolgungen überhaupt entstehen konnten und können.

Die sympathische Schriftstellerin hat ihr Wissen durch umfangreiche Recherchen erworben, hat Plätze bei unterschiedlichem Licht fotografiert. Ein Spaziergang durch die Harzer Wälder bei bedecktem Wetter kann tatsächlich unheimlich sein. Sie besuchte viele Mittelalterfeste. Für den geschichtlich interessierten Laien ist "Todesrune" somit eine Fundgrube.

Ideen für neues Buch

Die Gäste hatten zum Schluss noch so manche Frage und machten rege von der Möglichkeit Gebrauch, ihr Buch signieren zu lassen. Corina Klengel selbst hat noch viele Ideen, die locker für ein weiteres Buch reichen. Außerdem ist sie inzwischen Mitglied beim Förderverein Historischer Burgberg geworden, der ihr ebenfalls Material zur Verfügung gestellt hatte. Dennoch hätten dieser interessanten Lesung einige Zuhörer mehr gut getan.

Corina Klengel ; Foto: Dagmar Hoffmann

Das Schwert am Tisch und die Runen im Rücken: Corina Klengel bei ihrer Lesung im Bündheimer Schloß.

Foto und Artikel: Dagmar Hoffmann, Goslarsche Zeitung von Di., 20.03.2012

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