Thomas M. Stein:

Musikproduzent Thomas Stein ist Gast des Kulturklubs im Schloß

Kennt man ihn, kennt man alle - fast alle. Zumindest diejenigen, die Thomas Stein in seiner Biografie "Gesagt, getan" untergebracht hat. Das sind viele, wie die rund 60 Gäste am Freitagabend im Schloß mitbekamen. Der erfolgreiche Musikproduzent Stein hatte die Einladung des Kulturklubs Bad Harzburg angenommen, um im Bündheimer Schloß aus seinem Buch vorzulesen und aus seinem Leben zu erzählen.

Erfolgs-Laufbahn

Als Gesprächspartnerin auf der Bühne war Margarete Demmnig vom Kulturklub an seiner Seite. Sie ging mit ihm in die Vergangenheit zurück: Der Berufswunsch des Vaters für seinen Sohn war Gemüse- oder Ölhändler, der der Mutter Zahntechniker. Das wollte Thomas Stein nicht, wurde Kaufmann im Zeitschriftenverlag. Sein Wunsch, sein Weg, sein Startschuss für die Erfolgs-Laufbahn. Auf der ging es schon zu Beginn rasant zu: Stein als Lehrling sorgte dafür, dass die französische Comicserie Asterix in Deutschland populär wurde - was ihm von nun an etliche Generationen hoch anrechnen werden. Auch die, die mit der RTL-Fernseh-Sendung "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS), gar nichts anfangen können. Mit der wurde der Mann aus der Jury der breiten Masse bekannt. "Mein grauer Kopf erstmals auf der Mattscheibe", so Stein. Er urteilte über die Kandidaten, denen er ein sehr großes Selbstbewusstsein zuschrieb. Oder doch eher Selbstüberschätzung?

Weshalb Thomas Stein denn nur an einer DSDS-Staffel beteiligt gewesen sei, fragte ein Gast am Freitagabend im Schloß. Er korrigierte auf zwei und gab die mehr als überzeugende Begründung: "Wegen des Krankheitsverlaufs meiner Frau." Sie hatte Krebs. Und Thomas Stein kümmerte sich um sie, organisierte das Drumherum, so, wie er im Job alles organisierte. Ließ zu, dass eine aufgezeichnete Show mit ihm ausgestrahlt wurde, obgleich seine Ehefrau drei Tage zuvor verstorben war. Stein fühlte Verantwortung den Kollegen gegenüber. Margarete Demmnig: "...beeindruckend." Thomas Stein: "Aber einfach war's nicht."

Einfach lief es auch nicht immer im Beruf. Um so einige Künstler - Thomas Stein war längst in der Musikindustrie angekommen, war bei Teldec, beim Bertelsmann Flaggschiff Ariola und später bei der Bertelsmann Music Group (BMG) - musste er schachern: Um Eros Ramazotti unter Vertrag zu bekommen, besorgte er ihm einen Ferrari.

Mönchsgesänge

Thomas Stein nahm in Kauf, mit Projekten auch mal nichts zu verdienen. Der Nepal-Aufenthalt - Stille und Mönchsgesänge hatte er auf Platte bannen lassen - brachte ihm viel. Allerdings: "Wir haben kein Stück verkauft." Freiräume wie dieser, "dadurch, dass man sich die genommen hat, ist vieles entstanden." Neue Kreativität eben. Er, der sich Landpomeranze aus Stuttgart nennt, war beim ZDF verantwortlich für Rockpop in Concert und Disco, hat Chris Rea groß gemacht, hat das Naabtal-Duo und Snap produziert, hat dafür gesorgt, dass Teldecs Marktanteil von vier auf elf Prozent hochschoss und so weiter.

Thomas Stein wurde am Freitagabend des Aufzählens nicht müde, manchmal zu schnell, zu leise. Dass er was geleistet hat in seinem Leben, glaubte man ihm schon vorher. Das Benennen "seiner" Stars hätte etwas kürzer ausfallen können. Das, was er sonst zu sagen hatte, war wesentlich interessanter. Er gab Einblick in sein ganz persönliches Denken, ebenfalls in das einiger Künstler. Obgleich er den Kommerz auskostete, hat er in der Musikbranche Freunde. Gottfried Fischer ist einer. Er sang zum 90. Geburtstag von Thomas Steins Mutter - die mithin froh sein dürfte, dass der Sohn nicht Zahntechniker geworden ist.

Thomas M. Stein ; Foto: Angela Potthast

Eine Signatur von Thomas Stein darf's gerne sein.

Foto und Artikel: Angela Potthast, Goslarsche Zeitung von Mo., 21.03.2011

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