Sascha Korf:

Elfen in Cornwall und andere Überraschungen

Spontanität, Kreativität und viel Humor: Kabarettist Sascha Korf zeigt Theatersport auf der Bühne des Bündheimer Schlosses

Auf Einladung des Kulturklubs fegte am Sonnabendabend Sascha Korf über die Bühne des Bündheimer Schlosses. Der Staub hatte keine Chance, sich zu senken, Scheinwerfer stürzten zu Boden, Zuschauer wurden zu Akteuren und waren am Ende fix und fertig vom eigenen Gelächter.

"Tausendsascha" hatte alle im Griff, und das ist bei seiner Art von Auftritt keine Selbstverständlichkeit: Sascha Korf, gelernter Schauspieler aus Köln, kann etwas, das nicht jeder Kollege wirklich gut beherrscht - er kann improvisieren, kann sich arrangieren mit dem Unvorhergesehenen. Improvisation auf der Bühne ist mentaler Hochleistungssport. Theatersport sozusagen, ohne intensives Training nicht zu bewältigen.

"So etwas habe ich hier noch nicht erlebt", sagten Schlossbesucher in der Pause. Sie waren begeistert und erstaunt, trugen sie doch selbst zu den Geschichten bei, die ihnen Sascha Korf vorspielte. Der Schauspieler wandelte Vorgaben aus dem Publikum in Spiel um. Ein Beispiel: "Nennen Sie Sparten oder Rubriken aus Film und Fernsehen", sagte Korf. Das Publikum rief: "Krimi, Horror, Science Fiction, Fantasy, Sport, Cartoon, Bauer sucht Frau". Alle Vorschläge wurden auf einen Zettel notiert. Zuschauerin Birgit kam auf die Bühne, erhielt den Zettel. Und Sascha Korf erzählte einen Tag aus dem Leben von, sagen wir, "Ina", der wie ein Krimi begann, auf Zuruf von Birgit zum Horror wurde, dann auf den nächsten Zuruf hin in Science Fiction umschlug, was zur Folge hatte, dass Ina vor sprechenden Leichen nach Cornwall flüchtete, wo ein Elf die Klippen hochkletterte und ein Bauer sie zur Frau begehrte. Sekundenschnell reagierte Korf auf die Einwürfe, heraus kamen spontane, lustige Einfälle, witzige Dialoge, viel Aktion und Bewegung. Beliebige Sätze, die die Leute in der Pause auf Zettel notiert hatten, baute er in eine Geschichte und weitere Dialoge ein, die dadurch überraschende Wendungen nahmen.

Es war eine Mischung aus Zaubertrick, Spieltrieb, Schnelldenken, Stand-Up-Comedy und Beobachtungsgabe. Zuschauerin Claudia bekam ein Liebesgedicht geschrieben, in dem ihre Hobbys, Beruf und Arbeitsstelle vorkamen: "Und nerve ich dich mit Gejammer, komm ich gleich in die Psychotherapeutenkammer!" André und Sarah erlebten den Tag ihres Kennenlernens noch einmal, indem André den Akteur mittels Hupe, für "falsch" und Klingel für "richtig", durchs rasant berichtete und berichtigte Geschehen steuerte. Korf: "Und dann trank ich eine Tasse Tee", (Hup) "Neeein, es war ein Kaffee" (Hup) "Nein, ich trinke immer Saft" (Klingel) "und dann ging ich aus dem Haus" (Klingel). Korfs Vorschläge und Andrés Reaktionen kamen so schnell, dass bei manchem das Hirn zu kochen begann, und zum Schluss war alles erzählt. "Wahnsinn!", rief Sascha Korf, "Ich habe alles erraten! Ihr seid echt süß, ihr beiden!" Es war ein unbeschwerter Abend, getragen von der Energie des einfallsreichen Sascha Korf und von der gegenseitigen Achtung zwischen dem Akteur und seinem Publikum.

Sascha Korf ; Foto: Anke Reimann

Zuschauer Frank als "Puppenspieler" und Sascha Korf als plappernde Marionette: Der Kabarettist überrascht die Besucher im Schloß mit allerlei originellen Aktionen.

Foto und Artikel: Anke Reimann, Goslarsche Zeitung von Di., 18.01.2011

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