Desimos Spezial Club:

Mal böse, mal merkwürdig, doch immer lustig

Bei seinem dritten Spezial Club im ausverkauften Schloß präsentiert Desimo drei ungewöhnliche Kleinkünstler

Fast 300 Besucher im Bündheimer Schloß an einem Abend mitten in der Woche - die dritte Auflage von "Desimos Spezial Club Show" war am Dienstag quasi ausverkauft. Gastgeber Detlef "Desimo" Simon und der Kulturklub freuen sich: Der Durchbruch ist endgültig geschafft.

"Beim dritten Mal ist es Tradition", begrüßte Desimo strahlend die Menschen, die sich wieder einließen auf einen Abend, von dem sie vorher nicht wussten, wie er wird. Denn wer auftreten würde, ist stets bis zuletzt ein Geheimnis, das ist die Idee der Spezial Clubs. Nur soviel hatte Desimo versprochen: "Es wird anders." Aber das ist's ja immer…

Drei Kleinkünstler hatte der Conférencier, Kabarettist und Zauberer mit ins Schloß gebracht. Und die waren wirklich alle drei ganz anders als das, was die Harzburger bisher gesehen hatten. Da war Marco Tschirpke, ein kleines schmächtiges Jüngelchen, mit einem Humor, der so schräg ist, dass er fast ins Absurde kippt. Am Klavier stimmte er knappe, merkwürdige Lieder an: "Von einer, die sich auszog, mich das Fürchten zu lernen" und packte noch ein paar bizarre Gedichte drauf: "Renni räumt also den Magen auf, warum nicht auch gleich mein Zimmer?" Da kamen die Pointen im Sekundentakt, auf seine CDs passen 80 Lieder - in 15 Minuten. Wer dem Helge-Schneider-Humor zugetan ist, kann über Tschirpke lachen - am 9. April übrigens einen ganzen Abend lang, wenn er zusammen mit Sebastian Krämer im Schloß zu Gast ist.

Ganz anders war Sebastian Pufpaff, der wirklich so heißt. Er agierte auf der Bühne wie der gut aussehende Enkel von Louis de Funès im Stil der alten amerikanischen Stand-Up-Comedians. Schnell, hastig, zappelig und irgendwie immer am Rande des Kollapses. Er warf mit ungewöhnlichen Pointen um sich: Windräder machen keinen Strom, sonst wären es ja Stromräder. Sie machen Wind! Noch nie gemerkt? Wenn die Dinger still stehen, geht kein Lüftchen. Warum steckt im Wort lispeln schon ein s? Warum im Wort sterben schon erben? Warum haben wir im Kühlschrank Licht, in der Tiefkühltruhe aber nicht? Sind das dämliche Fragen? Ist das nicht egal?

Ein völlig neues Genre brachte schließlich Timo Wopp auf die Schloßbühne: Er erklärte die großen Fragen nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest mit drei Bällen. Er jonglierte das Wort Wachstumsbeschleunigungsgesetz, die Wirtschaftskrise und sogar den Rücktritt von zu Guttenberg. Parallel dazu erzählte er noch ganz, ganz böse Witze. Auch über Randgruppen, sogar über Kinder. Was auch mal ganz amüsant sein kann.

Zwischen allem und allen Desimo. Freundlich, lustig, zauberhaft, charmant, gastfreundlich. Aber auch er kann gemein sein: Den ganzen Tag über war er schon in Bad Harzburg gewesen, hatte sich ein wenig umgeschaut, war auf den vernebelten Burgberg gegondelt und "an einem Brunnen vorbeigekommen, wo man denkt, da ist ein Comiczeichner ausgerastet". Er präsentierte Harzer Kräuterlikör, den der Harzer selbst gar nicht trinke, sondern nur an Touristen verschenke - also hatte er jüngst auch eine Flasche bekommen. Es wird die letzte gewesen sein. Denn ein Fremder ist Desimo in Bad Harzburg nun bestimmt nicht mehr….

Desimo ; Foto: Holger Schlegel

Charmanter Gastgeber: Detlef Desimo Simon ist nicht nur ein guter Conférencier, sondern ganz nebenbei auch ein guter Zauberer - Zuschauerin Sabine darf im beim Seiltrick assistieren.

Marco Tschirpke ; Foto: Holger Schlegel

Schräger, schmächtiger Vogel: Marco Tschirpke.

Sebastian Pufpaff ; Foto: Holger Schlegel

Kann sich über alles aufregen: Sebastian Pufpaff.

Timo Wopp ; Foto: Holger Schlegel

Jongliert sich durch die Weltgeschichte: Timo Wopp.

Fotos und Artikel: Holger Schlegel, Goslarsche Zeitung von Do., 03.03.2011

Weitere Fotos zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Facebook-Seite

zurück zur Übersicht

Startseite  |  Sitemap  |  Kontakt  |  Impressum
© 2011, Kulturklub Bad Harzburg