Brodowy & Wutschick:

Ein goldener Abend voller Lacher

„Die Bert-Engel-Show“ mit Detlef Wutschik und Matthias Brodowy – Kulturklub-Abend hat mehr als 200 Gäste

Rosen für die Gäste. Bert Engel weiß sein Publikum zu bezirzen. Hat ja auch viele Jahre, ach, Jahrzehnte Zeit zum Erkunden gehabt. Fast 100 ist er und steht am Samstagabend auf der Bühne des Kulturklubs im Bündheimer Schloß vor weit mehr als 200 Gästen. Neben ihm sein Azubi Matthias Brodowy. Und hinter sowie in ihm Detlef Wutschik. Denn Bert Engel ist eine Klappmaul-Puppe. Sein Programm: „Die Bert-Engel-Show“.

Die blauen Augen

Hauptperson ist der Mann mit den strahlend blauen Augen. Blaue Augen, zwei böse Worte: Bert Engels Groll auf Hans Albers wird geschürt. Ein „Schmierenkomödiant“, sei er gewesen. Ja, ja, die Erinnerungen an Vergangenes. Gerne schwelgt Bert Engel in ihnen. Jungspund Brodowy lässt den Mann mit der „Kraft der zwei Herzen“, macht R sich lustig über ihn, mag ihn aber ganz grundsätzlich. Der im Scheinwerferlicht Ergraute hat gute Puppen-Gäste für seine Show ausgewählt. Zum Beispiel die zwei Ratten Frank und Sam als das wahre „Rat Pack“ das die Gäste in die Pause entlässt: „Dann könnt Ihr mal uff Klo jehn, und wir gucken, wat dabei für uns unten raus kommt...“ Davor und danach hat ein Mann aus dem Volk seine Auftritte: Werner Momsen, der Maler, der seinen „Pinsel abgegeben hat“.

Er „kommt von Hamburg wech“ und stellt sich Brodowy als Freiwilliger zur Verfügung beim Arm-Guillotinen-Trick. „Tanzen Sie auf den Stühlen, werfen Sie Schlüpfer nach vorne“, fordert Brodowy das Publikum auf. „Nein, bloß nicht, man weiß nicht, was da drin ist“, so Momsen. Er inspiziert palavernd die Bühne, während Brodowy ihm die Guillotine schon mal „hingerichtet,äh, hergerichtet“ hat. Versuchs-Möhre rein, Versuchs-Möhre ab. Momsen-Hand rein. Und? Momsen-Hand ab. Was soll’s. Zur Messerwerfer-Nummer ist er wieder dran, der Arm und der Momsen. Brodowy will aber nicht, dass er los legt: „Detlef, Du musst ihn stoppen, Du hast ihn in der Hand.“ Der Puppen-Spieler wird ins Spiel gebracht. Er ist ja auch immer da in seinen schwarzen Klamotten – die trägt er wegen des Bert-Engel-Lehrsatzes „Puppenspiel ist Illusion“. Und er ist doch nicht da – so viel Eigen-Leben flößt er den Stoff-Gestalten ein.

Noch in der Ausbildung

Detlef Wutschik kann zudem noch singen. Das hat er auf jeden Fall mit Matthias Brodowy gemein. Der muss das auch können. Manchmal läuft er nämlich ins offene Messer, nicht in das von Momsen, in das von Bert Engel. Schließlich ist der Brodowy noch in der Ausbildung. Er rettet sich dann mit Witzen. Und er erzählt von Träumen: Wacht als Sigmar Gabriel auf, zu dem Gregor Gysi sagt, „...wir gehören doch zusammen... lonely fat boy...“ – Falcos „Jeanny“-Komposition läuft dazu.

Musik zieht sich komplett durch die Show. „Kalinka“ bringt Bert Engel fast zum körperlichen Zusammenbruch und Rammsteins „Engel“ begleitet den Herrn beim Koksen. Brodowy: „Sie haben gerade Ilse Werner durch die Nase gezogen.“ Ihre Asche hat die ganze Zeit in einer roten Urne auf der Bühne gestanden. Engel: „Das war Ilse? Die war gut.“ Endlich Ilse. Zu ihren Lebzeiten hatte er sie nicht erobern können – wegen Hans Albers.

Am Ende der Engel-Show: Riesen-Applaus für den „goldenen Abend“ voller Lacher, zwei Zugaben. Und, als die meisten schon weg sind, noch eine Rose für eine ganz junge Zuschauerin – vom Bert-Engel-Spieler.

Matthias Brodowy ; Foto: Angela Potthast

Detlef Wutschik ; Foto: Anke Reimann

Huch, da ist die Hand ab. Macht nichts. Der nähende Nachbar kann sie wieder anbringen. Momsen (oben, 2.v.li.) macht weiter. Nicht immer zur Freude von Matthias Brodowy (oben, ganz links). Wer bewegt eigentlich Momsen und Engel (unten, 2.v.re.)? Detlef Wutschik (unten, ganz rechts) ist’s ...

Fotos und Artikel: Angela Potthast, Goslarsche Zeitung von Di., 11.10.2011

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