Manon Straché:

Mit Horst Buchholz durchs Brandenburger Tor

Schauspielerin Manon Straché eröffnet am Samstag mit einer Lesung das Herbstprogramm des Kulturklubs

Mit einer Lesung hat der Kulturklub am Samstagabend sein Herbstprogramm eingeläutet. Zu Gast war Schauspielerin und Kabarettistin Manon Straché, sie hatte ihre Autobiografie „Leise jedoch kann ich nicht“ mitgebracht. Und je mehr sie daraus las, und je mehr sie über sich erzählte, desto glaubhafter erschien den gut 100 Gästen im Bündheimer Schloß der Titel ihres Buches.

Um nicht missverstanden zu werden: Manon Straché ist niemand, der Krawall macht, aber dennoch jemand, der den Mund aufmacht, wenn es Dinge gibt, die gesagt werden müssen. Und das immer schon – auch zu DDR-Zeiten. Dass sie nach ihrem Schauspielstudium in Leipzig ein Engagement am Kindertheater aus Halle ausschlug und sich stattdessen einfach beim Leipziger Kabarett „Die Akademixer“ bewarb, ging mit den Gepflogenheiten in der DDR eigentlich nicht konform, passte aber genau zu ihrer Linie.

Ihr Buch ist reich an persönlichen Anekdoten aus Ost- und Westzeiten. Als Kind einer Tänzerin und eines Musikers aufgewachsen, war sie mit dem Theaterleben früh vertraut. Dass sie selbst auch mal ans Theater wollte, war der kleinen Manon bald klar. Im Kindergarten und später in der Schule in Magdeburg „erprobte“ sie ihr schauspielerisches Talent im Alltag. Nach sieben misslungenen Bewerbungen an den Theaterhochschulen der DDR, begann sie eine Arbeit beim Reisebüro der DDR. „Weil ich dachte, da kann ich ja nicht viel zu tun haben.“

Dann klappte es doch noch mit der Schauspielschule und „ich hatte das Gefühl, dass mein Leben jetzt richtig beginnt“. Bundesweit bekannt wurde Manon Straché, als sie zu Beginn der 90er Jahre in die „Lindenstraße“ der ARD einzog. Der Regisseur suchte jemanden, der den Osten verkörperte – also sächsisch sprach. So kam er zu Manon Straché.

Wenn die Schauspielerin auf der Bühne sitzt, aus ihrem Buch liest und aus ihrem Leben erzählt, dann hört man ihren sächsischen Dialekt kaum. Aber sie beherrscht ihn natürlich. Und wie. Sie kann aber auch schwäbeln und berlinern, sie kann sprechen wie Romy Schneider und wie Inge Meysel, und wer weiß, was noch alles, wenn die Lesung noch länger gedauert hätte.

Vor allem kann sie doch auch leise – zwischendurch. Wenn sie sich an ihre Großmutter erinnert, oder an die Tage im Herbst 1989 in Leipzig oder, wie sie später mit Schauspiellegende Horst Buchholz durchs Brandenburger Tor gefahren ist. Dann kommt die Erkenntnis: „Ich habe viel Glück gehabt im Leben.“

Manon Straché ; Foto: Berit Nachtweyh

Gestenreich und amüsant: Manon Straché erzählt aus ihrem Leben, von Schauspielkollegen und Abenteuern in Ost und West.

Foto und Artikel: Berit Nachtweyh, Goslarsche Zeitung von Di., 07.09.2010

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