"12 Punkte für ein bisschen Frieden":

Schrille Zeitreise von „Volare“ bis „Satellite“

„Familie Malente“ gastiert mit Grand-Prix-Show im Kursaal und lässt Besucher in alten Zeiten schwelgen

Kisses for me, oh Baby, kisses for me, so long, Honey, so long …“ Einen unbeschwerten Start in die neue Theatersaison präsentierte die Bühne Bad Harzburg am Freitagabend mit dem Auftritt der „Familie Malente“ im gut besuchten Kursaal. „12 Punkte für ein bisschen Frieden – Der schönste Grand Prix aller Zeiten!“ – ein Programm, das zum Schwelgen in der Vergangenheit einlud. Es weckte Erinnerungen an gemeinsame Großfamilien-Couchabende mit Kartoffelsalat und Bier, an den Glamour der Interpreten und die Ohrwürmer, dich sich durch die alten Zeiten bis ins Heute gebohrt haben. „Volare!“, schmetterte Vico Malente, „Ohohohooooo!“, tönte das Publikum zurück. Bianca Arndt, Christin Deuker, Peter und Vico Malente sangen und tanzten durch eine Bühnenwelt der guten Laune.

Eingebettet in eine Rahmenhandlung – Familie Malente im fiktiven Moldibaidschan, kurz vor ihrem Auftritt beim nächsten Eurovision Song Contest – zelebrierten die vier Schauspieler und Sänger die Hits aus 50 Jahren Grand Prix, in Medleys und Parodien. Schrill kostümiert und mit verrückten Perücken eroberten sie die Herzen ihres Publikums. Sehenswert auch die Originalchoreografien der damaligen Tanzschritte, kombiniert mit reichlich Schabernack.

Da hat sich Autor und Regisseur Dirk Voßberg einiges einfallen lassen – zum Beispiel den Auftritt von vier Nicoles, die alle auf einmal zum Klang von vier weißen Gitarren und in vier verschiedenen Sprachen um ein bisschen Frieden bitten. Melanie Rosewick und Knut Vanmarcke schufen die Showkostüme. Melanie Stahlkopf war die musikalische Leiterin, Markus Voigt arrangierte die Titel für die Bühne. Die instrumentalen Einspielungen stammten vom Orchester Energie St. Pauli.

„Save Your Kisses for Me“ von Brotherhood of Man, „Volare“ von Domenico Modugno, Merci Chérie“ von Udo Jürgens, ABBAs „Waterloo“, „Aufrecht geh’n“ von Mary Roos gleichzeitig zu „Rücksicht“ von Hoffmann und Hoffmann, „Dschinghis Khan“ von Dschinghis Khan und nicht zuletzt Bianca Arndts Auftritt als Lena sorgten für fröhliche Begeisterung im Zuschauersaal, für Füßewippen, Mitklatschen, Mitsingen und Fähnchenschwenken. Konfetti und Wattebällchen flogen, zwischendurch mal ein Witz so alt wie der Grand Prix, besinnlich-buntes wie „Snowdrops and daffodils, butterflies und bees …“, schriller Klamauk der beiden Männer als spanisches Frauenduo Baccara, die für Luxemburg einen französischen Titel auf Englisch singen und noch schriller Christin Deuker als Nina Hagen. Selbst „Gildo hat euch lieb“ und Stefan Raabs „Waddehaddedudeda“ erlebten eine Wiederaufführung. Am Ende gab’s „12 Punkte für die Familie Malente“ und „Zugabe!“-Rufe vom Publikum.

Familie Malente ; Foto: Anke Reimann

Die vier Nicoles (von links: Vico Malente, Bianca Arndt, Christin Deuker und Peter Malente) singen im Grand-Prix-Programm der „Familie Malente“ den Klassiker „Ein bisschen Frieden“.

Foto und Artikel: Anke Reimann, Goslarsche Zeitung von Mo., 11.10.2010

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