Lalelu:

Die 25-Titel-Revue ist ihre Essenz

"Lalelu" spielen im vollen Kurhaus ihre Lieblingsstücke zum 15. Bandjubiläum - Stehende Ovationen

Wie alte Bekannte und gute Freunde begrüßten die Bad Harzburger am Samstagabend die A-Capella-Comedy-Gruppe "Lalelu" im voll besetzten Kurhaus. Zum neunten Mal hat der Kulturklub sie eingeladen, das Publikum mit grandiosem Gesang und herzerfrischenden Späßen zu erfreuen.

Sie gaben ein "Best of" - das Beste aus ihren Programmen, Lieblingslieder, Lieblingsscherze. Mit viel Spaß am Spiel und mit Einbeziehung des Publikums als Blümchen und Unterhosen werfende Fans, Liebesbotschaftenempfänger, Mitsänger und Mitdichter, als lachendes, begeistertes und aufmerksames Gegenüber. Kurz: Der Funke war schnell übergesprungen, was kein Wunder war bei den vier durchweg sympathischen und hochbegabten Akteuren.

Tenor, Texter, Komponist und genialer Arrangeur von "Lalelu" ist Energiebündel Sören Sieg ("Brain", sagt Sanna). Er moderierte die Show: "Es ist schön, schon wieder hier zu sein, auf dieser Bühne in diesem unglaublich futuristischen ... Äh " Mit großer Geste starb er den Salmonellen-Vergiftungs-Bühnentod und vermachte all seine Flugmeilen, Bioladentreuebons, Pizzatreuesterne an Verwandte und Freunde. Schrill sein Auftritt als Schlagersänger Florian Klüver und einfühlsam die Jazzballade "My one and only love", die für einen andächtigen, genussvollen Konzertmoment sorgte.

"Ich bin ein Kuschelbär", sang Tobias Hanf ("Heart", sagt Sanna). In kunstvollen Schnörkeln gab er zusammen mit den kammerorchesterimitierenden Kollegen die "Kontaktanzeigenkantate" à la Georg Philipp Telemann. Sein unglaublich tiefer Bass ließ den Boden vibrieren.

Als Stimmenimitator und Parodist war er Merkel, Maffay und Beckenbauer, Löw, Bohlen und Trittin. Und als sächselnder Professor der deutschen Sprache kämpfte er für "No English in Germany". "Lalelu" vereinen Klassik, Kabarett, Rockmusik, Klamauk und Harmonien. Und Schönheit. Sanna Nyman (skandinavische Elfe und Fußballerin", sagt Jan) war bezaubernd in schräger Komik und Eleganz. Der Vertonung von Hugo Balls "Karawane" setzte sie die Krone auf, brillierte mit dem Donna-Summer-Song "Hot Stuff" und verblüffte als "Geräuschewoman" mit völlig unkonventionellen Tonlagen.

Und last but not least: Jan Melzer ("Balls", sagt Sanna). Er war der Rocker und Rapper, der Sänger von E-Gitarren und Trompeten, Max-Mutzke-Parodist und zungenfertiger Fußballeraufzähler. Sein Lied "Es schneit und dann regnet es, und dann schneit es wieder ja und dann fängt es wieder an zu regnen", sprach den Harzern direkt aus der Seele. In Hochform gaben die Vier ihre 25-Titel-Revue quer durch die Musikgeschichte als eine Quintessenz aus allem, was die Gruppe ausmacht. Am Ende gab es stehende Ovationen für "Lalelu" und einen Saal voller glücklicher Gesichter.

Lalelu ; Foto: Anke Reimann

Die Vier, die das Publikum so mag, geben im voll besetzten Kurhaus sprichwörtlich ihr Bestes. Zum neunten Mal sind sie in Bad Harzburg. "LaLeLu" gehören daher irgendwie schon zum Freundeskreis der Kurstädter.

Foto und Artikel: Anke Reimann, Goslarsche Zeitung von Mo., 15.11.2010

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