Silent Radio:

Rebel Yell beendet Schmusezeit in den Sitzreihen

"Silent Radio": Ausverkauftes Konzert im Bündheimer Schloß - Mehr als 300 Gäste feiern "ihre" Band aus Braunschweig

Leise natürlich nicht, eher ruhig sind sie, die Stücke der Braunschweiger Band "Silent Radio". Doch nicht nur. Davon konnten sich am Samstag im ausverkauften Bündheimer Schloß die überzeugen lassen, die die Jungs noch nicht kannten. Und das Stammpublikum, nach vier Auftritten in der Kurstadt gibt es das, wusste sowieso, was passiert.

Einige haben selbstverständlich schon das neue Album "On the outside" zu Hause. Gleich das erste Stück, das Sänger Lars Bottmer und Geiger, besser E-Violinist, Rainer Tacke mit Jens Müller am Bass und Lars Plogschties am Schlagzeug spielen, stammt von der neuen Scheibe: es ist der Titel-Track, der auch auf der Band-Homepage Appetit auf mehr machen soll.

Es ist also nicht völlig unbekannt. Und wenn man es doch zum ersten Mal hört, muss man es mögen. Stimme von Bottmer und E-Geige von Tacke - "eigen"-artiger geht es kaum noch. Indie-Mukke-Hörern dürfte der Song wohl auch in den Kram passen.

Was bieten die Braunschweiger, die fast komplett in Schwarz auf der Bühne stehen, sonst? Bekannte Hits aus den 80er Jahren - und deren Entschleunigung. Mitsing-Songs am Samstag sind solche wie "Smalltown boy" von Bronski Beat, "Shake the disease" von Depeche Mode und "Here comes the rain again" von den Eurythmics. Das Wiedererkennen der Originale fällt vor allem dem nicht immer leicht, der sie in "Silent-Radio"-Version zum ersten Mal hört. Aber totale Verfremdung kommt dann doch nicht über die Verstärker. Irgendwann hat man das Decodieren sowieso drauf.

Von Song zu Song steigern die mehr als 300 Gäste ihren Applaus und ihre Beweglichkeit - und der Abstand zur Bühne wird geringer. Bei Sänger Lars löst sich die Frisur, ein Tribut an den Körpereinsatz. Billy Idols "Rebel Yell" fordert eben viel. Vor der Bühne auch von den Gästen.

Zum Ende wird also ordentlich gezappelt. Selbst in den Sitzreihen ist die Schmusezeit vorbei. Klar, dass am Ende die Braunschweiger Mannen nicht ohne Zugaben gehen dürfen. Und eine, die sie, die Musiker, bis dahin nicht gekannt hat, fragt sich: Ist da nicht manchmal eine Ähnlichkeit zu "Peter Murphy" ("A strange kind of love"), eine zu "The Inchtabokatables" (E-Violine)? Könnte sein. Aber schlussendlich hat "Silent Radio" Unverwechselbarkeit, eben Eigen-Art.

Silent Radio; Foto: Angela Potthast

Standhafter E-Violinist Rainer (vorn links) und sprunghafter Sänger, Gitarrist und Klavierspieler Lars schaffen es am Samstagabend, die Fans im Schloß so richtig anzutreiben.

Fotos und Artikel: Angela Potthast, Goslarsche Zeitung von Mo., 06.04.2009

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