Salut Salon:

Vier Damen verzaubern, faszinieren, verblüffen

Kulturklub präsentierte "Salut Salon" im Kurhaus - Publikum ist begeistert von der "Weltklasse-Darbietung"

Sie sind Weltklasse. Es ist eine große Ehre, dass sie hier spielen", so eine Stimme aus dem Publikum, das am Freitagabend trotz Schnee und Eis in den Kursaal gekommen war, um sich vom Spiel des Quartett-Ensembles "Salut Salon" verzaubern, faszinieren, verblüffen zu lassen. Vier schöne Frauen, zwei Geigen, Cello und Klavier, Puppe Oskar, musikalische Meisterklasse, sprühender Ideenreichtum und eine große Portion Humor ließen diesen kammermusikalischen Abend mit Klassik, Slapstick und Chanson zu einem besonders intensiven Erlebnis werden.

Teufelsgeigerinnen

Teufelsgeigerinnen werden sie genannt: Die blonde Angelika Bachmann und die dunkelhaarige Iris Siegfried. Vielfach mit Preisen ausgezeichnet, befreundet seit frühester Jugend, gründeten sie im Jahr 2000 in Hamburg die Formation "Salut Salon". Verschiedene hochkarätige Musikerinnen an Cello und Klavier komplettieren das Duo jeweils zum Quartett, das weltweit vor ausverkauften Sälen spielt. In Bad Harzburg gastierten sie zum zweiten Mal. Hier waren kongenial Anne-Christin Schwarz am Cello sowie Jennifer Rüth am Klavier zu erleben.

"Klassisch verführt" haben die Vier ihr Programm genannt. Wer mit Kammermusik nichts am Hut hat, der wurde verführt, den Klängen von Mozart und Mendelssohn Bartholdy gerührt zu lauschen. Wer "Thriller" von Michael Jackson nicht mag, der wurde verführt, dieses Stück als Grundmelodie eines brillanten Medleys zu bestaunen. Wer der ernsten Muse gerne ernsthaft pflegt, der wurde verführt zu herzhaftem Gelächter. So war es. Es war grandios.

Sie begannen mit Themen aus "Psycho", "Thriller", "Das Boot", dem "Weißen Hai" und "Derrick" - arrangiert zu einem außergewöhnlichen Stück Musik. Sie reisten mit Barroso nach "Brazil", berührten die Herzen mit Piazzollas Tango "Adiós Nonino" und erfreuten mit Georg Kreislers frechem Lied "Mein Mann will mich verlassen, Gott sei Dank!", gesungen von Iris Siegfried, die nicht nur begnadete Geigerin sondern auch ausgebildete Sängerin und Rechtsanwältin ist. Alle vier Musikerinnen konnten singen und zeigten dies in zwei- und vierstimmigen Passagen. Zum Beispiel, als sie Paul, den "Mann mit den drei blauen Augen", im Publikum anhimmelten. Herzig war der Auftritt von Puppe Oskar, ein kleiner Herr mit roter Fliege und Kenner der Musik, der den Bogen zu führen versteht. Jedes "Salut Salon"-Stück hat eine ausgefeilte, ideenreiche Choreografie, musikalisch, sowie auch darstellerisch, mimisch, tänzerisch. Lustig und plastisch war das "Ballett der Küken in ihren Eierschalen" (von Mussorgsky), wie sie zappelten und sich rappelten und protzen und strotzen. Und wie ein Vögelchen ("Die Lerche" von Grigoras Dinicu) am Himmel flog und der Jäger es doch nicht erwischte, zeigten sie pantomimisch während ihre Instrumente scheinbar von selber spielten. Und sie steigerten sich weiter. "Tarantella" von Sarasate wurde zu einem Kampf der Bogen-Amazonen, da wurde gezickt und gekontert, geschmollt, geäfft, getuschelt und angegeben, bis sich die Haare vom Geigenbogen lösten.

Klackende High-Heels

Das russische Volkslied "Korobushka" war wunderschön arrangiert einschließlich Verliebt-gucken-zum-dreiäugigen-Paul. Den "Hummelflug" und Klevesaths Lied "Moskitonetz" vermischten sie, so dass statt heißer südamerikanischer Erotik der Mückenschwarm obsiegte. Das abschließende "Impromptu" aus Armenien frönte dem Schabernack mit eigenen Bögen auf fremden Geigen, ebenso wie die Zugabe, die das Quartett auf dem Klavier liegend, achthändig spielend im Takt zu den klackernden High-Heels an den Füßen vortrug. Das Publikum wollte immer weitere Zugaben. Charmant setzten "Salut Salon" dann einen Schlusspunkt auf plattdeutsch: "Dat du min Leevsten büst" sangen sie und versprachen, dass sie wiederkommen würden.

Salut Salon; Foto: Anke Reimann

Vier auf dem Klavier: Anne-Christin Schwarz, Angelika Bachmann, Jennifer Rüth und Iris Siegfried alias "Salut Salon".

Foto und Artikel: Anke Reimann, Goslarsche Zeitung von Di., 22.12.2009

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