Sagen und Singen im Harz IV.:

Ein Abend von echten Harzern für echte Harzer

Kulturklub bringt nach vierjähriger Pause wieder Horst Woick und die Harzbuerger Themenbrueder mit "Sagen und Singen" auf die Bühne

Sie haben es nicht verlernt: Nach vierjähriger kreativer Pause stiegen am Wochenende Horst Woick und die "Harzburger Themenbrueder" wieder auf die Bühne des Kulturklubs im Bündheimer Schloß, um zum vierten Mal ihre skurrile Show "Sagen und Singen im Harz" zu präsentieren. Mit neuen Geschichten, neuen Liedern und auch in neuer Besetzung traten sie den Beweis an, dass der Harzer Humor hat. Nur leider taten sie das nicht mehr wie früher vor ausverkauftem Haus

Horst Woick, Hans Dampf in allen Gassen, präsentierte sich an diesem Abend besser aufgelegt als je zuvor. Bühnenfest durch mittlerweile unzählige Vorträge und auch mit 75 noch fit wie ein Turnschuh (pardon, Wanderschuh ) plauderte er ohne einen Funken Lampenfieber über den Harz, seine Bewohner und deren Geschichte und Geschichten.

"Sie sind jetzt mal alle die Sachsen und müssen Fronarbeit auf der Harzburg leisten", aus dieser Warte hat ein Publikum die Historie seiner Stadt bestimmt noch nicht betrachtet. Und so ging das Schlag auf Schlag weiter. Woick stieg mit seinen Zuhörern hinab in die Tiefen der Bergwerke, dort wo er einst selbst einmal geschuftet hatte, und wo er sich genauso gut auskennt, wie auf dem Burgberg und auf jedem Weg im Harz. Fast hätte der ehemalige Kurdirektor dabei vergessen, dass er ja eigentlich im "Sagen-Part" des Abends nicht die alleinige Rolle spielte. Denn mit Stefan Keck hatten ihm die Themenbrueder einen "Überraschungsgast" an die Seite gestellt. Keck wurde wie zufällig (aber genau geplant) in den Ablauf integriert. Ein paar dumme Fragen aus dem Zuschauerraum waren der Anfang, hernach durfte er auf Woicks Anweisung mit Säge und Beil einen echten Harzer Türstock bauen und irgendwann saß er mit auf der Bühne und steuerte selbst die Geschichte vom Köhlerjungen Dankwart Käsewieter bei, der ein Burgfräulein aus den Klauen eines verwunschenen Bären befreite.

Das waren Geschichten so recht nach dem Geschmack des Publikums. Kauzig, mystisch, komisch, urig - eben harzerisch. "Denn was sind wir? Harzer!" Daran ließen sich die Zuschauer an diesem Abend auch immer wieder gern von den Themenbruedern erinnern. Markus Matuschke, Horst Mätzig, Stefan Jacobi und Alexander Trommer ergänzten sich wunderbar mit Woick, auch wenn ihr Bild vom Harz doch eigentlich zunächst so völlig anders zu sein scheint: Rock'n'Roll, Blues, Soul und Rapmusik sind ja nicht unbedingt die klassischen heimischen Musikstile. Doch die Themenbrueder machen daraus Harzer Musik. Und siehe da: Selbst die Besucher, die erkennbar eher zur Horst-Woick-Klientel gehören sangen, klatschten und jubelten mit.

Es war ein Abend von echten Harzern für echte Harzer und solche, die es noch werden wollen. Aber das ist ja gar nicht so schwer: Man muss nur etwas knorrig und kauzig sein. Und lustig. Und verrückt, das hilft besonders. Wie man bei "Sagen und Singen" sieht.

Horst Woick; Foto: Holger Schlegel

Harzbuerger Themenbrueder; Foto: Holger Schlegel

"Dann baut mal einen schönen Türstock": Horst Woick (oberes Bild links) lässt Stefan Keck (rechts) und Bernd Weber eine Stützkonstruktion für einen Bergwerksstollen zimmern. Das bekommen beide hin. Denn auch sie sind Harzer - wenn auch nicht so urige wie (unteres Bild von rechts) die Themenbrueder Stefan Jacobi, Horst Mätzig und Markus Matuschke.

Fotos und Artikel: Holger Schlegel, Goslarsche Zeitung von Mo., 20.04.2009

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