"Musik ist Trumpf":

Aufgetrumpft in Hosen der Marke Wurstpelle

Kulturklub startet in die Theatersaison mit einer schrägen 70er-Jahre-Schlagerrevue der Familie Malente

Licht aus. Spot an!“ – Im Kurhaus stieg die 70er-Jahre-Schlagerrevue mit der Familie Malente. Vier Musical-Schauspieler vom „Kleinen Theater Bad Godesberg“ boten einen lebhaften und mit 500 Zuschauern ausverkauften Saisonauftakt der „Bühne Bad Harzburg“. Sie versetzten ihr Publikum mit ihrer Show „Musik ist Trumpf“ in helle Begeisterung.

Sicher, es ist eine Frage der Generation. Wer die siebziger Jahre bewusst erlebt hat, bekam sie an diesem Abend auf einem glitzernden Tablett serviert – als eine Art zwei Stunden währender Sketch, der keine Schnulze, keine Werbeschmonzette ausließ. Sogar die Witze stammten aus den Siebzigern, die Choreografien der Tänze, die gelb-, grün-, lila-farbigen, Klamotten, Blumenmuster und die goldenen Plateauschuhe. Ein absurder Bilderrausch, der für Augenweh und Lachsalven sorgte.

Im Dunkeln getappert

Vico Malente spielte den Jürgen mit einer Lederjacke der Modefarbe hornhautmetallic, einen Mann „mit Schamalz im Haar“, und „Hosen der Marke Wurstpelle“. Er schmetterte mit Inbrunst „Griechischer Wein“ und „Der Junge mit der Mundharmonika“. Er „tapperte“ als Derrick „im Dunkeln“, leckte das Lenkrad seines Opels blank und verschenkte als Bata Ilic einen Ballonwurstpudel mit nassem Bömmelschwanz an eine Zuschauerin.

Bianca Arndt war Gisela mit der Föhnwelle und eine hüpfende Mireille Mathieu, Erste Hilfe, wenn „es einfach nicht glänzen will“, Entdeckerin des Joint: „Lieber Gras rauchen als Heu schnupfen“, haha! Die Schauspielerin begeisterte mit starker Stimme und mit einem Tanzstil voller Humor und Energie.

Peter Malente, Bruder von Vico, zeigte Zähne. Sein breites Dauergrinsen war eine Art Markenzeichen der Show. „Schön ist es auf der Welt zu sein“, schmetterte er fröhlich und sprühte Insektengift auf Biene Maja. Ja, „ein bisschen Spaß muss sein“. Er war Hausfrau, tapferer Westover-Träger und Jean Pütz und zeigte Mut zu immer skurrileren Erscheinungsbildern. Christin Deuker gab sich als Monika geblümt, vertraute sich einer prähistorischen Frisierhaube an und schaffte die schnellste Entbindung der Welt, denn „Wunder gibt es immer wieder“.

Gekonnter Gesang

Sie sprach wie Else Tetzlaff, war das Mädchen „im Wagen vor mir“ und Marianne Rosenberg, und sie hatte das flauschigere Nachthemd als ihre Freundin. Gute Laune verbreitete das Quartett im Saal. Bei allem Schabernack präsentierte es die Lieder perfekt, mit guten Stimmen und gekonntem Gesang.

Das Publikum klatschte und sang mit: „Es war Sommer“, „Immer wieder sonntags“, „Fiesta Mexikana“, all die unvergessenen Hits von damals. Die Choreografien der Tänze waren dabei eine Show für sich. „So war es! Genauso haben wir getanzt!“ lacht eine Zuschauerin. So war dies ein nahezu überfröhlicher Start in die neue Theatersaison, ein echter Trumpf gleich am Anfang.

Foto: Anke Reimann

Vier Spaßvögel auf der Kurhaus-Bühne: Die Familie Malente lässt das Lebensgefühl der 70er Jahre für ihre Show „Musik ist Trumph“ noch einmal lebendig werden.

Foto und Artikel: Anke Reimann, Goslarsche Zeitung von Mo., 05.10.2009

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