Stephan Bauer:

Bauer sucht Frau

Ein Kabarettist im Kampf der Geschlechter

Eine neue Runde im Kampf der Geschlechter. Im Ring diesmal: Stephan Bauer. Kabarettist und gnadenloser Verlierertyp. Jedenfalls gibt er den in seinem Solo-Programm "Auf der Suche nach dem verlorenen Mann", das er am Samstag dem Publikum beim Kulturklub im Bündheimer Schloß vorstellte.

Mann doof, Frau nicht. Das Thema ist uralt, jeder Kabarettist ist darauf schon herumgeritten. Gern wird dabei der Holzhammer geschwungen. Zum Glück nicht von Stephan Bauer. Zwar sind nicht alle seine Gags neu, aber egal, unterm Strich wird ein solider Abend mit vielen schicken Pointen daraus.

… irgendeine Frau

Der rote Faden: Bauer sucht eine Frau. Keine bestimmte, irgendeine würde reichen. Die Ansprüche sind nicht hoch. Gut muss sie aussehen, sie sollte ihn nicht schlagen aber finanziell versorgen. Er selbst hat nämlich kein Geld und wird auch so schnell keins bekommen. Seine Mutter jedenfalls wird ihm nichts vererben. Sie will, dass er später wirklich trauert, wenn sie stirbt.

Aber warum bekommt denn die arme Socke nun keine Frau ab? Wo er doch mehr so der nette Typ ist. Der kuschelige - wovon er am Samstag die vielen Damen im Publikum durchaus zu überzeugen wusste. "Ich habe gar keine Probleme, mit Frauen ein Date auszumachen. Sie kommen bloß nie…" Dabei ist er ja schon männlicher geworden. Im Supermarkt greift er zu den Zahnbürsten auf denen "hart" steht. Das macht zwar blutigen Schaum beim Putzen, aber wenn es hilft …

Wahrscheinlich liegt das Problem in der Jugend. Da wusste er schon nicht, wie man Mädchen anspricht. "Hallo" jedenfalls war ihm zu direkt. Freunde hatte Stephan nicht. Nur zwei. Und auch die nur in seiner Fantasie. Und selbst da haben sie nicht mit ihm gespielt.

Wie soll man denn auch ein ganzer Kerl werden, den die Frauen bewundern, wenn schon der eigene Vater ein träger Sack ist. "Wenn ich die Pfeifen aus der Generation meines Vaters sehe, frage ich mich, wie die Männer es geschafft haben, die Frauen jahrhundertelang zu unterdrücken." Wie gern wäre der kleine Stephan damals mit Papa in den Zoo gegangen. Aber der hat abgewunken: "Wenn die dich wollen, werden sie dich schon holen."

Herzinfarkt und Ebola

Wer so aufwächst, bekommt ein Selbstbewusstsein, das so klein ist wie das eines Vogels, der auf dem Frankfurter Flughafen lebt. Eine Therapie? Schon probiert. Der Therapeut hat es wirklich geschafft ihn davon zu überzeugen, dass seine Minderwertigkeitskomplexe daher kommen, dass er minderwertig ist.

Arme Sau. Ach ja, Hypochonder ist er auch. Wie alle Männer. Kennt jede Krankheit und hat sie auch. Neulich einen Herzinfarkt, davor Ebola. Er weiß, wovon er spricht, ist praktisch Arzt. Im Krankenhaus wollen sie ihn schon gar nicht mehr aufnehmen, weil er da immer die anderen Patienten mitbehandelt.

Wenn nur solche Typen auf der Welt herumliefen, müsste man sich wirklich um den Fortbestand der Menschheit sorgen. Denn dann gäbe es ja überhaupt keine Paare mehr. Geschweige denn Paarungen. Apropos: Bauer hätte natürlich auch gern ein Kind. Das ist doch so einfach, man kann neues Leben schaffen mit Dingen, die man im Haus hat. Nur dazu braucht man halt eine Frau. Vielleicht aus Bad Harzburg? "Ich würde auch herziehen …"

Stephan Bauer; Foto: Holger Schlegel

Stephan Bauer ist auf der Suche nach einer Frau. Und das ist angesichts eines profunden Minderwertigkeitskomplexes und anderer männertypischer Macken ein schwieriges Unterfangen. Aber es ist auch eine witzige Angelegenheit, und so begeistert er im Bündheimer Schloß mit seinem aktuellen Kabarettprogramm die Besucher.

Foto und Artikel: Holger Schlegel, Goslarsche Zeitung von Di., 24.11.2009

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