Bodo Bach:

Den Hans "von obbe durchbeleidige"

Telefonspaß mit Bodo Bach - 200 Gäste im Schloß

Lachen ist gut - für denjenigen, der es tut, und für denjenigen, dem es gilt. Also geht es allen am Freitagabend im Bündheimer Schloß gut: Den rund 200 Gästen und Bodo Bach. Der Hesse, von Beruf "Kasper", ist auf Einladung des Kulturklubs in die Kurstadt gekommen und hat sein Kabarett-Programm "Viertel nach Bach" mitgebracht.

Nicht nur der Protagonist hatte an diesem Tag eine längere Anreise. Auch Hans, der Mann in der ersten Reihe, der mit den verschränkten Armen. Den hatte seine Frau aus Hannover in die Vorstellung mitgeschleppt. Und wie das so ist, wenn man solch eine Körperhaltung direkt vor der Bühne zeigt: Hans gerät ins Visier von Bach, hat "die Arschkarte gezogen". "Ich werde Dich von hier obbe durchbeleidige", sagt Bach. Ganz so arg wird es nicht.

Nummer verraten

Der "Kasper" hat ja noch andere Mitspieler. Die Ute aus Bad Harzburg. Mit ihr telefoniert er. Woher er ihre Nummer hat? Marianne, Freundin von Ute und Gast im Schloß, hat sie ihm verraten. Eine andere Variante für den Telefonspaß gibt's auch: "Liebe Gäste, Sie dürfe sich heut an meinem Programm beteilige und mir Telefonnummern gebe, von Leut, wo Sie nicht leide könne.", steht auf ausgelegten Zetteln.

Leiden können sich Marianne und Ute bestimmt, sonst sollte man so einen Scherz in einer übersichtlichen Stadt wie Bad Harzburg besser nicht machen. Bodo ruft Ute an. Vorher gibt er noch einen Auftrag: "Wenn niemand abnimmt, muss Hans sich was ausdenken." Tanzen schlägt Bodo Bach vor. Das bleibt Hans erspart. Ute nimmt ab. Und Ute ist cool. "Worum geht's denn Herr Bach?", fragt sie förmlich. Bodo erzählt - auch von Marianne. Ute: "Natürlich kenn' ich Marianne - Marianneeeeeeeeeeeeeeeeee." Oh, was die wohl zu erwarten hat?

Gespräch beendet

Bodo lädt Ute in die Show ein. Ute lehnt ab, weil sie Besuch hat. Bodo: "So schnell gebe ich nicht auf." Ute: "Sie sind ja wirklich echt lästig - in zehn Minuten bin ich da." Und sie kommt kurz vor der Pause ins Schloß, geht direkt auf Bühne und Bach zu.

Erlebt, wie Bodo Telefonspaß mit Monika, Freundin von Schloß-Gast Christina, treibt. Bach hat sich dafür einen anderen Namen ausgedacht. "Hans - ist schön blöd." Monika will sich nicht einreden lassen, dass ihr neuer Wagen wegen eines Gesichter verzerrenden Beifahrerspiegels in die Werkstatt muss, ist wohl etwas genervt, legt auf.

Nach der Pause hält Bach Ausschau. Hans und Ute sind noch da. Bach präsentiert Fotos, Schnappschüsse aus der Realität - "das Leben schreibt ja die Comedy" - gibt seine Kommentare dazu ab, spricht vom Ein- und Ausfallswinkel beim Urinieren und den nassen Schuhen dabei, von Mittelspurschleichern auf der Autobahn, die nicht geblitzt, dafür aber bei all ihrer Langsamkeit gemalt werden können, bezeichnet Douglas als den Baumarkt für Frauen, bringt das Publikum immer wieder zum Lachen. Das freut ihn, denn "je mehr gelacht wird, desto selbstbewusster werde ich".

Und er telefoniert wieder. Ruft in einer Klinik an, bei einer Privatperson, der Goslarer Polizeidienststelle - besetzt übrigens mit einem sehr freundlichen Beamten - und bei einer kurstädtischen Pizzeria.

Dort bestellt er eine Pizza. Für Hans als Belohnung: "Du bist mir sympathisch." Dem Chef, von Bach Anthony Quinn genannt, will er einen Bonus abschwatzen: "Bekomme ich was umsonst, kann auch ein alter Rotwein sein?" Lobt die Pizzeria, nennt das Werbung, die 50 Euro kostet. Damit sind 60-Euro-Mindestbestellwert erreicht, meint Bach. Die Flasche Wein ist fällig.

Beides wird geliefert am Ende der Show. Pizza für Hans, Wein für Ute, fünf Sterne für das tolle Publikum und richtig viel Applaus für Bodo Bach, den Sympathischen, Kumpelhaften, den einfach Netten.

Bodo Bach; Foto: Angela Potthast

Bodo Bach, der Hesse, der "Kasper", hält das Zwerchfell seines Publikums auf Trab - und ist dabei schlichtweg sympathisch.

Foto und Artikel: Angela Potthast, Goslarsche Zeitung von Mo., 08.06.2009

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