Velvet Voices

Ein Jazzerlebnis voll Harmonie und Leidenschaft

Das A-Capella-Frauen-Quartett "Velvet Voices" begeistert das Publikum im Bündheimer Schloss, erntet Beifallsstürme und rührt zu Tränen

"Musik ist die Sprache des Universums - the Essence" - so sangen die vier Frauen der A-Capella-Gruppe "Velvet Voices" - die "samtenen Stimmen" - am Freitagabend im Bündheimer Schloß. Etwa 120 Zuhörer, die anfangs vielleicht mit verschränkten Armen auf ihren Sitzen verharrten, gerieten mit jedem Lied mehr und mehr in den Bann der studierten Jazz-Sängerinnen. Manchem hat es zeitweise gar den Atem verschlagen.

Mit ihrem Charme, mit ausgefeilten Arrangements und perfekter Stimmharmonie verliehen "Velvet Voices" Jazzklassikern, Volksliedern, Popballaden und Eigenkompositionen einen unverwechselbaren Klang. Nach Sam Browns "Stop" erklang der erste Juchzer im dunklen Publikumssaal, der Beifall wurde von Lied zu Lied stürmischer und endete in stehenden Ovationen.

Velvet Voices stammen aus Österreich - aus Wien und aus Kärnten - nur Coretta Kurth kommt aus dem Rheinland, sie gründete die Gruppe im Jahr 2002. Im Schloss traten sie mit ihrem aktuellen Programm "Roots" auf. Übersetzt heißt dies "Wurzeln" und meint die musikalischen. Das sind zum Beispiel die Beatles. "Come together" sang Miriam Fuchsberger mit dunkler Soulstimme. Monika Trotz intonierte die Basslinien, übernahm aber auch die täuschend echt klingenden Trompetenparts. Mit klarem Sopran setzte Coretta Kurth die Höhen. Gerda Rippel ergänzte mit Mezzosopran und Scat-Gesang das Powerquartett. Alles klang wie aus einem Guss. Timing und Timbre, die Bewegungen auf der Bühne, die Moderation - alles stimmte bei diesem hochklassigen Konzert.

Die Wurzeln reichten verschieden weit in die Zeit: mit "Deroto" bis nach Afrika zu den ersten Ursprüngen des Jazz, zur Queen-Ballade "You take my breath away", zu Duke Ellingtons "Don`t get around much anymore" von 1942 und den "Sweet Dreams" der Eurythmics in den 80er Jahren, zur Kärntener Folklore "Is scho stüh", zum Gospel "Sweet Spirit", zum "Java Jive" und anderen. Traumhaft schön waren die Eigenkompositionen - das schon anfangs erwähnte "Essence" von Monika Trotz - und ein Lied ganz ohne Worte: "A quarter to five" von Gerda Rippel.

An dem nicht einschlafen wollenden "Rock a-bye Baby" sangen sie sich in Rage, verswingten die Weather Girls und legten bei der abschließenden Zugabe die Mikrofone beiseite, um mit Billy Joels "And so it goes" unplugged, unmittelbar raumfüllend zu Tränen zu rühren.

Stehender Applaus, anhaltende gute Laune und ein begeisterter Bad Harzburger Eintrag im Internet-Gästebuch von "Velvet Voices" waren einige Folgen dieses harmonievollen Abends.

Velvet Voices; Foto: Anke Reimann

Vier Stimmen, ein Musikerlebnis: "Velvet Voices" verzaubern ihr Publikum im Schloss mit Jazz-Klassikern.

Foto und Artikel: Anke Reimann, Goslarsche Zeitung von Mo., 22.09.2008

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