14. Harzburger Songnacht

Oh ja, die Barden mit ihren schönen Streichelstimmen!

Besser konnte es gar nicht sein: Der Kulturklub präsentiert die 14. Harzburger Songnacht im Bündheimer Schloß

Alte Bekannte eröffneten am Freitagabend die 14. Harzburger Songnacht im Bündheimer Schloß auch in diesem Jahr wieder mit Tom Pettys "Wildflowers". Rolf Köhlert an der Gitarre, begrüßte das gut gelaunte Publikum zusammen mit seinen musikalischen Freunden: Traute Wethkamp, seit sieben Jahren eine feste Größe bei der Songnacht, ebenso wie Klaus Wittig am Kontrabass. Am Schlagzeug zum zweiten Mal dabei: Albie Husen aus Sehnde bei Hannover. Neu im Bunde war Mathias Tönges als Sänger.

Das Quintett zelebrierte die bewährte und geliebte Tom Petty-Beatles-Van-Morrison-Mischung. Pettys "I hope you never" war Mathias Tönges` erster Solo-Auftritt. Der 17-jährige Goslarer überraschte mit einer kraftvollen, tiefen, warmen Stimme - "mit vielen Nuancen", ergänzte Köhlert, dem der junge Mann beim Schüler-Musical "Rent" in Goslar aufgefallen war: "Der ist mutig, traut sich was." Vielleicht auch weitere Auftritte als Solist - mit so einer Stimme fängt man die Herzen der Leute.

Jubelnde Zuschauer

Herausragend gelangen Maria Menas "Just hold me" und das auch im Vorjahr präsentierte gälische "Bhríd Óg Ní Mháille", gesungen von Traute Wethkamp. Mit ihrer klaren Stimme, die vor allem in den Höhen brillierte, berührte sie die Zuhörer unmittelbar. Die brachen nach diesen Vorträgen in Jubel aus. Die Stimmung war prächtig. Und noch einer sorgte bei dem gälischen Beitrag mit seinem Sopransaxophon für zusätzliche Magie: Gastmusiker Jaroslav Bartoschek aus Goslar. In den Beatles-Klassiker "Michelle" wob er Klarinettenklänge.

Stoppoks "Jede Stunde" war das einsame heimatsprachliche Lied des Abends. Schade eigentlich, denn es gibt auch im Bereich "HilfedaistjajedesWortzuverstehen!" eine Menge guter Lieder.

Kurz vor der Zugabe erschallte von der Bühne her Rolf Köhlerts bange Frage: "Sind Two High" schon da? Ja, das waren sie, direkt aus Köln und gerade rechtzeitig den Staus entronnen, um den zweiten Teil das Abends zu beginnen.

Dies geschah unverzüglich: Zwei Leute und eine Gitarre füllten die Bühne, den Raum, mit Stimme und Klängen. Dies war ein Auftritt erfahrener Vollprofis, Leute, die Musik studiert haben, die ununterbrochen von und mit ihr leben. Der eine war Markus Segschneider, dem das Griffbrett seiner Stahlsaiten-Gitarre nur mehr ein zusätzliches Körperteil darstellt, das er mit jeder Nervenfaser beherrscht. Zweiunddreißigstel Noten bereiten einem wie ihm keinen Schrecken. In kraftvollen Rhythmen und wilden Melodien erzeugte er ganz alleine einen Mindestens-Drei-Gitarristen-Sound und sang überdies die zweite Stimme.

Die Stimme strömt

Die erste Stimme - das war Alexandre Zindel. Gekommen, um zu singen. Das Mikrofon war sein einziges Accessoire. Locker und leicht stand er, ließ die Stimme strömen, die alles konnte, vor keiner Höhe, vor keiner Modulation in Anstrengung geriet. "Eine Streichelstimme", sagte eine zuhörende Genießerin. Hmmm!

Roberta Flacks "Killing me softly" verjazzt, Elton Johns "Your Song" als Walzer und Lovin' Spoonfuls "Summer in the City" im Geschwindigkeitsrekord sorgten für Abwechslung. Ach, es war gar so schnell vorbei. Als Alexandre Zindel "Feel" ankündigte, von Robbie Williams, ertönte aus den hinteren Reihen eine begeisterte Frauenstimme: "Aah!"

Oh ja, der Charme der Barden! Auch im Bündheimer Schloß war er zu spüren, schürte Begeisterung. Besser konnte es gar nicht sein.

Rolf Köhlert; Foto: Anke Reimann

Ein gutes Händchen bei der Auswahl der Musiker hat "Songnacht-Vater" Rolf Köhlert auch in diesem Jahr wieder bewiesen:

Two High; Foto: Anke Reimann

Mit "Two High" (Alexandre Zindel, rechts, und Markus Segschneider an der Gitarre) stehen zwei echte Musikprofis auf der Schloßbühne.

Fotos und Artikel: Anke Reimann, Goslarsche Zeitung von Mo., 21.04.2008

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