Salut Salon

Wie die Musik das Lachen lernt

Salut Salon überzeugen im Bündheimer Schloß mit Charme und Witz, vor allem aber mit musikalischem Können

Voll ins Schwarze getroffen", freute sich Kulturklub-Vorsitzender Detlef Linke schon zur Pause. Nicht nur, weil das Gastspiel des Damen-Quartetts Salut Salon am Samstagabend im Bündheimer Schloß restlos ausverkauft war. Auch, weil sich das Konzert bereits zur Halbzeit als wahrer Knaller im Kulturklub-Programm erwiesen hatte. Denn das, was die vier Damen musikalisch boten, war - schlicht gesagt - richtig gut.

In Hamburg, der Heimatstadt der beiden "Frontfrauen an der Geige" und Salon-Gründerinnen Angelika Bachmann und Iris Siegfried, hat das Quartett längst so etwas wie Kultstatus. Ausverkaufte Säle zu ihren Konzerten sind eher die Regel, denn die Ausnahme. Wer die Vier am Samstagabend erlebt hat, weiß warum. Ihnen zuzuhören und zuzusehen macht dem Musikkenner ebenso viel Freude wie dem Laien.

Lässig und tadellos

Mit Charme, Witz und einer Prise Erotik packen sie Bach, Mozart, eigene Chansons und das Lied vom Hut mit den drei Ecken ganz selbstverständlich in ein Programm. Und sie scheuen keine Anstrengung - lassen das Cello im Gehen spielen, verrenken sich achthändig am Klavier, spielen die Geige rückwärts, seitwärts, überm Kopf und unterm Knie - und all das so lässig und tadellos, wie es nur absolute Professionalität möglich machen kann.

Jede von ihnen ist von Kindesbeinen an mit der Musik vertraut, hat bereits in großen Orchestern Erfahrungen gesammelt und Preise gewonnen. Bachmann und Siegfried studierten zusammen Musik und kamen schließlich auch auf die Idee mit dem "Salon". Das war 2002. In der heutigen Besetzung mit Jule Hinrichs am Cello (ganz hinreißend auch als "Mutterfigur" für die Puppe Oskar) und Lara Jones am Klavier stehen Salut Salon seit 2007 gemeinsam auf der Bühne. Und das inzwischen weltweit: China, Russland, Amerika hießen ihre jüngsten Stationen. Der Kulturklub hatte das Quartett schon vor anderthalb Jahren verpflichtet. Schon damals hatten sie gute Kritiken erhalten, inzwischen dürften es noch einige mehr sein und ihr Terminkalender ist bis ins Jahr 2010 ausgefüllt.

Lachen und träumen

Um ihre Stücke zu verstehen, braucht es kaum Worte: Mimik, Gestik und die Sprache der Musik reichen aus. Das kann komisch sein, wie beim Lied von der Lerche oder auch ganz melancholisch wie beim Tango von Astor Piazzolla.

Es wird viel gelacht und manchmal geträumt. Kurzum, die Damen machten auf der Bühne des Schlosses mehr als eine gute Figur. Sie überzeugten das Publikum mit Natürlichkeit und Esprit. Vor allem aber mit großem musikalischen Können.

Salut Salon; Foto: Berit Nachtweyh

Violinspiel auf High-Heels: Salut Salon mit (v.l.) Lara Jones, Iris Siegfried, Angelika Bachmann und Jule Hinrichs scheuen bei ihrem Konzert im ausverkauften Bündheimer Schloß keine Strapazen.

Foto und Artikel: Berit Nachtweyh, Goslarsche Zeitung von Di., 11.11.2008

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