"Revanche":

Langatmiges Spiel mit überraschendem Ende

Mehr als 300 Besucher im Kursaal bei dem Kriminalstück "Revanche" mit Jochen Senf und Martin Lindow

So ein bisschen oberlehrerhaft wirkte er schon, der Jochen Senf. Gemeinsam mit dem aus dem Fahnder bekannten Martin Lindow trat der als Tatort-Kommissar Max Palu zu Fernsehruhm gekommene Schauspieler auf Einladung des Kulturklubs am Freitagabend im Kursaal auf. Und so richtig begeistert waren die mehr als 300 Besucher von dem Kriminalstück "Revanche" denn auch nicht. Es wurde zwar zum Schluss brav geklatscht, stehende Ovationen oder heftiger Applaus blieben aus.

Erkälteter Inspektor

Dabei hätte vor allem Martin Lindow einen kräftigeren Beifall verdient gehabt. Er spielte den Inspektor Doppler, der an einer Erkältung leidet, recht gut und legte damit nicht nur das Publikum herein, sondern auch sein Gegenüber, den Kriminalbuchautoren Andrew Wyke, den Jochen Senf darstellte.

Während dieser Passagen konnte auch das Publikum einmal herzhaft lachen. So richtig wusste zunächst in den Zuschauerreihen niemand, ob es ein reiner Krimi oder doch eine Kriminalkomödie war. Doch als dann ab und an ein kleiner Scherz auf der Bühne gemacht worden ist, tendierte der Zuschauer dann doch in Richtung Komödie. Und die kam richtig zum Laufen, als Inspektor Doppler (Lindow) gleich nach der Pause auftauchte.

Doch gerade im ersten Akt zog sich die Handlung ganz schön lange hin. Vor allem Senf, der einen älteren gelangweilten Ehemann und erfolgreichen Kriminal-Schriftsteller spielte, sorgte mit seinen Monologen, die teilweise auch noch schlecht zu verstehen waren, für wenig Kurzweil.

Dabei ist das Kriminalstück "Revanche" selbst im Original ein voller Erfolg, das sogar mit dem Tony, dem Theater-Oscar, ausgezeichnet worden ist und mit Sir Laurence Olivier und Michael Caine verfilmt wurde. Doch Senf und Lindow gelang es vor allem im ersten Akt nicht, diesen Schwung des Originals auf Bad Harzburg und die heutige Zeit zu übertragen.

Namen ausgedacht

Allerdings agierten die beiden Schauspieler im zweiten Akt etwas flotter. Für Abwechslung sorgte dabei vor allem das überraschende Ende, mit dem wahrscheinlich niemand im Publikum gerechnet hatte. Die Veranstalter hatten sogar vorgesorgt und sich im Programmheft Namen ausgedacht, die Inspektor Doppler spielen sollte. Die ebenfalls im Heft aufgeführten Personen Wachtmeister Higgs und Kommissar Tarant spielten in Wirklichkeit gar nicht mit, denn bei der "Revanche" handelte es sich um ein zwei Personen-Stück, bei dem nur Senf und Lindow auf der Bühne agierten. Und wie es sich für einen guten Krimi gehört, gab es auch Mord und Totschlag. Erst nur scheinbar, zum Ende hin aber auch real.

Foto: Michael Eggers

Jochen Senf (links) und Martin Lindow einmal nicht auf der Seite des Gesetzes. In dem Kriminalstück "Revanche" spielen sie Charaktere, die für einen Spaß oder üblen Scherz den Gegenüber schon einmal böse verletzen.

Foto und Artikel: Michael Eggers, Goslarsche Zeitung von Mo., 14.01.2008

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