Neujahrskonzert:

Abend fest in der Hand der "Sträuße"

Reise in die Musik der k.u.k.-Monarchie - Staatsorchester Braunschweig zeigt sich von seiner besten Seite

Der Kulturklub hatte eingeladen, und alle waren gekommen. Alle, das waren in diesem Fall 550 Musikfreunde, die dem Staatsorchester Braunschweig begeistert auf einem Bummel durch die Wiener Musikwelt vergangener Zeiten folgten. Zum 16. Mal hatten die Veranstalter zum Neujahrskonzert gebeten, zum 14. Mal war es in Folge restlos ausverkauft. "Kommen Sie mit auf eine Reise zu den schönsten musikalischen Bildern aus der k.u.k.-Monarchie", forderte die Sprecherin des Kulturklubs, Margarete Demmnig, die Besucher auf, und alle folgten gern.

Waren es in den vergangenen zwei Jahren hauptsächlich Komponisten aus der neuen Welt gewesen, die das Programm bestimmten, hatten jetzt wieder die "Klassiker" des Wiener Walzers und der flotten Viertakter den Taktstock in der Hand. Den wirklichen Taktstock schwang natürlich ein anderer. Henrik Nánási dirigierte schwungvoll und mit sichtlichem Spaß ein gut aufgelegtes Staatsorchester, das mit seiner großen Zahl den Bühnenraum des Kurhauses voll ausfüllte.

Sie steigerten sich von Musikstück zu Musikstück und nutzten dabei geschickt die Charaktere der einzelnen Werke aus, um das Publikum mitzunehmen. Natürlich dominierte der Walzer, schließlich stand alles ja auch unter dem Motto "Wiener Blut", dazwischen gab es aber auch einmal eine flotte Polka, Märsche mit orientalischer Klangfarbe und den unvermeidlichen Csardas.

Walzerkönig Johann Strauß (Sohn), der durch seine geniereiche Erfindungskunst österreichisches Wesen musikgeschichtlich wie kein anderer vertritt, führte die Parade der Komponisten naturgemäß an. Es fehlte weder die Fledermausouvertüre, noch ,,Wiener Blut" oder der "Frühlingsstimmenwalzer". Der Beifall für den Zugabe-Walzer "An der schönen blauen Donau" begann schon bei den ersten Takten und wurde von einem wohligen Raunen begleitet. Den Abschluss bildete dann aber doch der Vater-Strauß mit dem zackigen Radetzky-Marsch. Auch Josef Strauß, der Bruder des Walzerkönigs, der seinen berühmten Namensvettern an Produktivität nicht nachstand, war mit "Sphärenklängen" und einer Polka vertreten. Nur einmal mussten die "Sträuße" im Programm zurückstehen, um Emil Waldteufels Walzer "Espana" Platz zu machen.

Am Ende gab es langanhaltenden Beifall, für den sich die Musiker mit mehreren Zugaben bedankten. Die Zufriedenheit der Zuschauer wird sicherlich der Garant sein, dass es auch im nächsten Jahr wieder ein volles Haus gibt.

Foto: Klaus Röttger

Dirigent Henrik Nánási hat das Braunschweiger Staatsorchester und beim Radetzky-Marsch auch das Publikum im Kurhaussaal im Griff.

Foto und Artikel: Klaus Röttger, Goslarsche Zeitung von Mo., 07.01.2008

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