Franui

Schuberts "Wanderwerk" mit viel Spielwitz präsentiert

Österreichisches Ensemble Musicbanda Franui begeistert sein Publikum im Rittersaal des Bündheimer Schlosses

Spritzig, humorvoll und urmusikalisch präsentierten sich die neun Musiker des Ensembles "Musicbanda Franui" aus Südtirol im Bündheimer Schloß. Franz Schuberts Wanderlieder, präsentiert in ganz neuen Arrangements, groovenden Klängen und als Dorf- und Heurigenmusik mit Tuba, Trompeten, Posaune, Klarinette, Harfe, Zither, Hackbrett, Akkordeon, Geige und Kontrabass - meist ohne Sänger, erfrischend geboten, quasi von der Almwiese Südtirols, die dem Ensemble ihren Namen gab. Andreas Schett, Trompeter und Komponist, moderierte launig mit allerlei lustigen Anekdoten.

Melodienreichtum

Erstmals wurde die Veranstaltung der 22. Niedersächsischen Musiktage gemeinsam vom Kulturklub und der Gesellschaft zur Förderung der Harzburger Musiktage getragen und läutete somit eine neue Zeit ein. So wurden die etwa 80 Besucher zur unterhaltsamen Reise mit Schubert gleich von drei Personen begrüßt: Herma Völker vom Kulturklub, Eva Czsaranko von der Gesellschaft zur Förderung der Harzburger Musiktage und Malte Schumacher von der Stiftung Nord/LB und Öffentliche Versicherungen.

Was dann die Musiker aus dem Melodienreichtum Schuberts an Klangexperimenten, unterschiedlichster Instrumentierung, kompositorischen Ideen und bestechender Dynamik zauberten, war grandios. Schubert komponierte unablässig neue Lieder für seinen Freundeskreis in Wien. Im Kreis seiner Freunde, den Schubertiaden, waren bildende Kunst, Dichtung und Musik die drei Laternen. Wenn im Bündheimer Schloß das Ensemble "Musicbanda Franui" seine Wanderlieder im neuen Gewand musizierte, entsprach das der Geselligkeit, die Schubert umgab. Nach einer leisen Intonation von Harfe und Hackbrett schmetterten Trompeten, die Tuba und Saxophone groovend die Melodie: "An den Mond", gefolgt vom ganzen Instrumentarium. Melodramatisch in stampfenden Rhythmen erklang "Der Wanderer an den Mond", mit feinen Nuancen der Violine und dem Hackbrett in hellen Tonlagen. Rasante Tempi und schrille Bläser zeigten das unbändige Temperament der Musiker. Andreas Schett begeisterte mit der Anekdote über den verschwundenen Sänger und neuerlichen Gesangseinlagen. Das fein gestaltete Lied: "Der Doppelgänger" mit an- und abschwellenden Passagen, in großer Dramatik bis zum zarten Pianissimo auch von der Tuba, war einfach bestechend.

Hackbrett und Harfe

Sehr getragen und gefühlvoll lud "Wanderers Nachtlied" zum Träumen ein. Wenn das Akkordeon zum Einsatz kam, wurde hinreißend zum Tanz aufgespielt. Hackbrett und Harfe zauberten liebliche Klänge, die oft virtuos von der Violine über-nommen wurden. Der "Abendstern",einleitend von dem Sänger gesungen, der nicht gekommen war, ideenreich instrumentiert, ließ mit Schubert einen Stern aufgehen. Kam die Tuba zum Einsatz, begeisterte das Blech mit schmissiger Gestaltung. Große Begeisterung für das "Ständchen" mit Saxophon, Violine, Bläsern und Akkordeon. "Der Wanderer" mit schreitenden Bläsern und dramatischer Tuba. Witzig mit Einspielung: "Seligkeit". Bestechend zart: "Du Bist die Ruh" mit Extralob für die erste Trompete, Hackbrett und Harfe. Letztes Stück war ausgerechnet der "Trauermarsch". Denn die Künstler hatten die für den Verkauf bestimmten CDs vergessen.

Franui; Foto: Christel Wollenzien-Müller

Die Musicbanda Franui präsentiert Schubert mit Hackbrett und Harfe.

Foto und Artikel: Christel Wollenzien-Müller, Goslarsche Zeitung von Mi., 10.09.2008

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