Bernhard Wolff:

"Ein Seetier iss, o Ossi, reite es nie"

Kulturklub präsentiert Bernhard Wolff, mit dessen Show sich mancher schlauer lacht

"Bilder im Kopf haben eine magische Kraft. Sie müssen sich nur vorstellen, in Ihrem Kühlschrank galoppiert ein Pferd über eine Tomate. So ein Bild werden Sie nie vergessen." Imagination, Kommunikation, Wahrnehmung sind die Themen des Hamburgers Bernhard Wolff. Mit seiner Show "Denken hilft" verblüffte und begeisterte er sein gut gelauntes Publikum im Bündheimer Schloß.

"Liebes Mukilbup"

"Gewohnheit ist Gift fürs Gehirn" - weshalb der quirlige Gedächtnistrainer allerhand ungewöhnliche Ideen präsentierte. Rückwärts sprechen zum Beispiel. Damit lassen sich lustige Filmchen drehen: "Sechs Tipps zum Binden einer Krawatte" oder "Wie man Bananen herstellen kann". Wer Bernhard Wolff mit dieser Nummer schon im Fernsehen gesehen hat, wird sich erinnern.

"Liebes Mukilbup, Elaschnenanab enie tsi sad!" Rückwärts sprechen, Banane vorwärts essen, dann den Film umgekehrt abspielen, daran hatte das Mukilbup ein großes Vergnügen, derlei sieht ein erfahrener Zuschauer schließlich nicht alle Tage. Wie er auf die Idee mit dem Rückwärtssprechen gekommen sei? "Ich komme aus Stochelsdorf", erklärt Wolff. "Das heißt rückwärts Frodslechots", dies habe er als Kind eines Tages entdeckt. Eine große Offenbarung für die weiterführende Erforschung des rückwärtigen Sprachgebrauchs.

Sollte dies jedoch ausufern, so wäre dem nur noch mit Palindromen zu begegnen - Worten und Sätzen, die vorwärts wie rückwärts den selben Sinn ergäben: "Ein Seetier iss, o Ossi, reite es nie!" zum Beispiel. Und eines ist dabei sicher: So etwas fällt nicht unbedingt jedem sofort ein.

Wie merke ich mir Namen - dies war ein weiteres großes Thema des Abends. "Wie oft kommt uns ein Gesicht bekannt vor und wir haben den Namen vergessen..." - Pause - "... umgekehrt aber passiert es nie, dass wir sagen, ah, da ist der Herr Schanowski, aber sieht der auch so aus?" Die Show zum schlauer lachen.

Hören mit vier Ohren

Bernhard Wolff holte fünf Leute aus dem Publikum zu sich auf die Bühne. Er präsentierte seine Methode, sich deren Nachnamen zu merken so nachvollziehbar, dass es ganz leicht war, nach der Vorstellung und im Durcheinander des Foyers alle fünf Namen den Gesichtern zuzuordnen.

Auch wusste der fröhliche Denker den Evergreen "Heidi" rückwärts zu singen, sowie das Phänomen des vierohrigen Hörens recht anschaulich zu vermitteln. Einen Zuschauer bat er, sich einen Satz für seine Rückwärts-Talkshow auszudenken. "Morgens esse ich immer gerne vielgezackte Schokoladenkekse", sagte der Herr. Das Publikum war entzückt. "Eskeknedalokosch...", begann Bernhard Wolff - die Hin-und-Her-Videokamera lieferte den Beweis: So ein fescher Satz ist doch gar kein Problem für einen, der aus Frodslechots kommt, das Denken liebt - und den Schabernack.

Oliver Hartstack; Foto: Anke Reimann

Bernhard Wolff zeigt mit einer Grafik, wie sich die Intelligenz in der Bevölkerung verteilt - und jeder im Publikum möge signalisieren, wo er sich einstufe. Noch nie, so Wolff, habe sich jemand ganz links, also bei ganz dumm gemeldet. Kein Wunder: Diese Menschen finden wahrscheinlich den Weg ins Theater gar nicht.

Artikel und Foto: Anke Reimann, Goslarsche Zeitung von Mo., 28.05.2007

zurück zur Übersicht

Startseite  |  Sitemap  |  Kontakt  |  Impressum
© 2007, Kulturklub Bad Harzburg