XIII. Harzburger Songnacht

Alte Freunde und ein Überraschungsgast

13. Harzburger Songnacht im Bündheimer Schloß mit vielen Balladen und irischem Flair

Eine Nacht der Balladen und der Saitenzauberer war die 13. Harzburger Songnacht am Freitag Abend im sehr gut besuchten Bündheimer Schloss. Rolf Köhlert & Friends eröffneten sie mit "Wildflowers" von Tom Petty.

Die Gruppe um Songnacht-Organisator Rolf Köhlert ist stets etwas Besonderes: eine Mischung aus professionellen Musikern und neu entdeckten Talenten, von denen manche bei der Songnacht ihre ersten Bühnenerfahrungen sammeln. In diesem Jahr jedoch gab es bei den "Friends" nur ein neues Gesicht: Albrecht "Albie" Husen von der Hannoveraner Jazz-Band "Coustics" - ein Vollprofi, der sein Schlagzeug, kreativ und feinfühlig spielte. Es lohnte sich, dem studierten Musiker auf die Finger zu sehen.

Alte Bekannte dagegen waren Klaus Wittig am Kontrabass und seine Tochter Laura Wittig. Sie sang unter anderem Julie Golds Gänsehautlied "From a distance". Auch Carsten Eberts stand schon mehrfach auf der Songnachtbühne. Köhlerts einstiger Gitarrenschüler ist inzwischen in den Bamberger Studentenkneipen als Solomusiker bekannt geworden. Sängerin Traute Wethkamp sang das schönste Lied der "Friends" an diesem Abend: "Bhríd Óg Ní Mháille", ein trauriges Liebeslied in gälischer Sprache.

Leider wurde kaum etwas über die vorgetragenen Lieder gesagt. Englischlehrer Rolf Köhlert schien davon auszugehen, dass jeder im Publikum die Texte verstehen sowie die Urheber der Songs kennen müsste. Zwischen Tom Petty, Beatles und van Morrison waren zudem drei seiner eigenen Stücke versteckt. Es wäre schön gewesen, das auch zu wissen, denn gerade an solch einem Abend sollte sich nichts und niemand verstecken, weil ein Publikum eine solche besondere Leistung auch gerne würdigen möchte.

Peter Kerlin und Jens Kommnick spielten ebenfalls eigene Stücke: über traurige Männer am Meeresstrand, über eine Kuh in Lebensgefahr, über Jonathans Hut und Brennan im Moor zum Beispiel. Alle auf irisch. Irland ist die Seele ihrer Musik, und der Moment auf der Bühne führte sie in die Welt, die sie beide lieben. Das kam sehr deutlich zum Ausdruck.

Der Goslarer Peter Kerlin feiert in diesem Jahr sein 30. Bühnenjubiläum. Celtic Folk ist seit je her seine große Leidenschaft, etwas, das ihn mit dem Cuxhavener Musiker Jens Kommnick verbindet. Die beiden vermittelten auf der Bühne die pure Spielfreude, zauberten aus Bouzouki, Gitarre und Klavier einen unnachahmlichen, komplexen Sound, so virtuos vorgetragen, dass es ein Geschenk war, so unmittelbar dabei zu sein.

Unterhaltsam vermittelten sie auch die Geschichten zu ihren Songs. Und Jens Kommnick strahlte dabei soviel Freundlichkeit aus, dass das Publikum zurückstrahlte. "Sie schauen alle so freundlich!" Ja, das war eine Spiegelung.

Als Überraschung holten die beiden eine weitere Künstlerin auf die Bühne: Siobhán Kennedy, eine Musikerin aus Dundalk/Ireland, Kommnicks Frau. Sie spielte Whistle, die irische Flöte, sang und brachte somit noch ein wenig mehr irische Landschaft ins Harzburger Schloss.

Es war eine Nacht der ruhigen Lieder. Manchem vielleicht zu ruhig. Doch das Sinnliche, das Unmittelbare, das Können war jede Minute dieses Abends wert.

Rolf Köhlert; Foto: Anke Reimann

Der "Vater" der Songnacht, Rolf Köhlert, sammelt Musiker um sich.

P. Kerlin (l.) und J. Kommnick; Foto: Anke Reimann

Peter Kerlin und Jens Kommnick singen über traurige Männer am Meer und Kühe in Lebensgefahr. Auf irisch, denn Irland ist die Seele ihrer Musik.

Artikel und Fotos: Anke Reimann, Goslarsche Zeitung von Mo., 04.06.2007

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