Neujahrskonzert:

Der faszinierende Sound des Broadway in Bad Harzburg

Neujahrskonzert mit dem Staatsorchester Braunschweig unter Jonas Alber – Großer Auftritt mit Werken von Gershwin und Bernstein

Ein Neujahrskonzert mit Leidenschaft, Rhythmus, Liebe, Kampf und Sehnsucht nach Frieden bot Jonas Alber, der schon zum sechsten Mal in der 15-jährigen Geschichte der Neujahrskonzerte den ersten musikalischen Höhepunkt des Jahres setzte. Zusammen mit seinen 70 Musikern des Staatsorchesters Braunschweig zauberte er faszinierenden Broadway-Sound – dank seines Spitzenorchesters, in dem jedes Instrument solistische Leistungen brachte, von den Bläsern, Streichern, der Harfe bis hin zum Triangel oder den Klangstäben.

Ein Hochgenuß der tanzende Dirigent, der in Mimik, Bewegungen und Charme ein unnachahmliches Dirigat hinlegte. Werke von George Gershwin und Leonard Bernstein, den großen Amerikanern der neuen jazzigen Stilrichtung in der Musik, bestimmten in diesem Jahr das Programm. Gut aufgelegte Musiker waren bereit, die Fangemeinde in ausgelassene Stimmung zu versetzten. Mit Cole Porters schmissiger Ouvertüre zu "Can-Can" eröffnete das Orchester den brillanten Abend.

In unterschiedlichen Färbungen wetteiferten Melodien aus Musicals von Gershwin und Bernstein um den Broadway-Sound, unter mitreißendem Dirigat von Jonas Albers. George Gershwin (1898-1937) öffnete dem Jazz die Tore zu den Konzertsälen. Besonders bekannt wurde er durch seine Oper "Porgy and Bess". Seine Ouvertüre zu "Girl Crazy" schrieb er 1930 mit unsterblichen Melodien.

Der 1918 geborene Leonard Bernstein war ein typisch amerikanischer Musiker, der die Podien der Welt wie kaum ein anderer im Sturm eroberte. Begonnen hatte er als Hilfskapellmeister des Philharmonic Symphony Orchestra in New York, als er für den erkrankten Bruno Walter einsprang und sich glänzend bewährte. Gerühmt wurde er wegen seiner Vielseitigkeit.

Einen chronologischen Zusammenschnitt in unüblicher Orchestrierung spielte das Orchester mit den symphonischen Tänzen aus "West Side Story". Witz und Effekte mit der Percussiongruppe konnten begeistern. Unheimlich schön mit Flöten der Song "Somewhere", ein Traum von der Zeit, wo keine Gewalt mehr herrscht. Alle Klangmöglichkeiten, Tempi und Rhythmen wurden voll ausgeschöpft.

Aus Havanna hatte Jonas Alber die "Cuban Overture" von George Gershwin mitgebracht. Begeisterung gab es für die drei Tänze aus Bernsteins Musical "On the Town" mit verschiedenen Rhythmen und tollen Bläsern. Da ging es richtig zur Sache. Aus "Porgy and Bess" gab es die hinreißenden sinfonischen Bilder von Bernstein, einen Querschnitt seiner Bühnenwerke und bekannten Songs wie "Summertime", das sie hinreißend zart ausmusizierten.

Es schloss mit dem Gebet: "O Lord, I am on my way". Ovationen für das Staatsorchester Braunschweig, die ihr Publikum mit Zugaben belohnen. Und so erklangen das entzückende "Walking the dog" und Werke von Leroy Andersen, zum Finale der faszinierend-flinke "Typewriter".

Foto: Christa Wollenzien-Müller

Ein ausverkauftes Haus und ein begeistertes Publikum bildeten den Rahmen für das sechste Neujahrskonzert, das Jonas Albers mit dem Staatsorchester Braunschweig bereits in Bad Harzburg gab.

Foto und Artikel: Christa Wollenzien-Müller, Goslarsche Zeitung von Mo., 08.01.2007

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