Mark Britton:

Affentheater mit derbem Humor

Mark Britton gelingt im Bündheimer Schloß ein tierisch guter Comedy-Auftritt

Angelika hatte großes Glück. Sitzplatz in Reihe 1, Comedy im Bündheimer Schloß - es war eine Frage der Zeit, bis Mark Britton die eben noch fröhliche Zuschauerin als Opfer aus dem Publikum herauspickte. Aber der Brite mit dem derben Humor beließ es bei einem kleinen Kalauer. Für Angelika wäre auf der Bühne ohnehin kein Platz gewesen. Dort drängelten sich frei laufende Hühner, die koksten. Haie, die so dumm wie Nazis waren. Zwei Löwinnen, die Gabi und Uschi hießen. Und ein Affe. Von der Insel. Gestatten: Britton, Mark. Er ist Brite, ein wenig bissig, aber tierisch komisch.

Mit einer Mischung aus Sprüchen, Pantomime und Gesang zaubert der Mann einen Zoo herbei. "Wildlife - Der Mensch und andere Tiere" heißt sein Programm, das Zweibeiner mit Vorliebe für leicht Verdauliches begeistert. 200 Gäste und Angelika lachten nach ein paar verunglückten Witzen am Ende Tränen über ein Affentheater. "Vogelgrippe? Alles Quatsch", meinte Britton. "Die Vögel waren gar nicht krank. Die hatten alle nur zu viel gefeiert."

Seine Nummer lebt davon, dass er den Tieren Menschliches zuschreibt. Bei ihm verlangen Delfine nach Sushi, weil sie verwöhnt sind. Aus Hühnern macht er Ganoven, die ihrem Biobauern nur Eier gönnen, wenn sie Freigang zum Tanzen in der Disko bekommen. Klingt bescheuert, ist in Kombination mit Brittons Tönen und Grimassen aber lustig. Eine Drehung auf seinen Tiger-Turnschuhen reicht, und schon schlüpft er in animalische Rollen. Sein Gesicht vollbringt furchtbar Hässliches, aber auch herrlich Lustiges. Zunge und Stimme runden eine Reise in die tierreiche Savanne ab.

Vor lauter Gags und Sprüchen grübelt man am Ende, wie Britton die Kurve von den Tieren zu den menschlichen Dingen unter der Gürtellinie bekommt. Den Hodensack nennt er einen schöpferischen Designfehler, ein Gehirn mit Haaren. Es sind Momente wie diese, in denen Britton seine Herkunft betont. Der Engländer, der Inselaffe, sei eben auf seine primitive Art das Bindeglied zwischen Mensch und Affe.

Je derber die Sprüche, desto lauter wurde gelacht. Angelika und die hinteren Reihen schmunzelten über Viagra-Gags, Silikonbrüste-Kalauer und die Behauptung, dass Männer ihren Verstand in der Hose tragen. Brittons These, der Mensch sei ein Affe, der großes Glück gehabt hat, wurde mit viel Applaus untermauert.

Mark Britton; Foto: Holger Schlegel

So dumm sieht bei Mark Britton ein Gnu aus: Der in Köln lebende Brite gehört zu den Etablierten in der Comedy-Szene. Seit mehr als zehn Jahren begeistert er mit deutschen Programmen und starkem Akzent. Einen Namen hat sich Britton mit Krissie Illing als Duo Nickelodeon gemacht. Als William und Wilma sind sie durch zahllose Fernsehshows getingelt.

ZUR PERSON:

Mark Britton, in Deutschland geboren, in Manchester aufgewachsen, ist eine Comedy-Größe. "Britton ist übrigens kein Künstlername. Als Kind habe ich darunter sehr gelitten", versichert der 48-Jährige. Mit Straßentheater in London, New York und Paris ging alles los. Mittlerweile gibt Britton auch Power-Lesungen und hat den Comedy-Roman "Ein Englishman in Köln" (Kiepenhauer & Witsch) veröffentlicht. Dass viele seiner Gags unter die Gürtellinie gehen, genießt er. "Es kommt darauf an, wie man es macht. In Bad Harzburg hat man am lautesten darüber gelacht", sagt Britton.

Artikel: Christian Otto, Goslarsche Zeitung von Mo., 26.03.2007
Foto: Holger Schlegel

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