XII. Harzburger Songnacht:

Eine kraftvolle Stimme, die bunte Bilder malt

Caroline Aiken reißt ihr Publikum bei der 12. Harzburger Songnacht mühelos mit – Viel Beifall für Köhlert & Friends

Die Organisatoren der 12. Harzburger Songnacht haben nicht zu viel versprochen. Sie sei dafür bekannt, ihr Publikum völlig zu verzaubern, hieß es im Kulturklub-Programm über Caroline Aiken. Und so ist es: Schon beim ersten Ton, den sie auf der ihrer zwölfseitigen Gitarre spielt, ist klar, diese Künstlerin braucht keine Band hinter sich. Mühelos füllt sie Bühne und Raum mit ihrer Stimme und ihrem virtuosen Spiel.

Caroline Aiken tanzt mit ihrer Gitarre, und die Holzbühne im Bündheimer Schloss ist der Resonanzkörper für ihr rhythmisches Stampfen mit den Füßen. Ihre Finger fliegen über die Saiten – ein Wunder, wenn man weiß, dass sie vor einem Jahr einen schweren Verkehrsunfall hatte, bei dem sie sich die linke Hand brach.

Eine fallende Stecknadel wäre zu hören, so still lauschen die Zuhörer den sanfteren Liedern. Mit ihrer kraftvollen Stimme malt die Sängerin aus dem amerikanischen Georgia bunte Bilder und erzählt Geschichten aus ihrem Leben. Und sie kündigt selbstbewusst zwei Protestlieder an: Sie teile nicht die Bedenken anderer Künstler in den USA, die lieber keine Lieder gegen Bushs Politik singen. Bei den rockigen Stücken der legendären Soul-Rock-Gruppe „Mother’s Finest“ sind die Stühle im Saal eigentlich eher lästig – viele Zuhörer würden wohl tanzen, wenn es möglich wäre. Am Ende lassen die rund 100 Zuschauer Caroline Aiken nicht gehen, ohne dass sie zwei Zugaben singt.

Bevor Caroline Aiken die Bühne betritt, zeigen Songnachtvater Rolf Köhlert und „Friends“, welche Musik sie verbindet. Songs von Tom Petty, Van Morrison und anderen Größen sowie Eigenkompositionen erklingen und stimmen ein auf Caroline Aiken. „Hier darf jeder mal“, merkt Gitarrist Carsten Eberts an und lacht, als Schlagzeuger Matthias Gröne seinen Hocker hinter der „Schießbude“ verlässt und sich in die Reihe der Sänger begibt. Die Atmosphäre ist locker und fröhlich, dass die Musiker ihren Spaß haben, merkt man ihnen an. In wechselnden Besetzungen geht die musikalische Reise von Folksongs über deutsche, selbstgetextete Lieder bis hin zur Country-Musik. So spendet das Publikum reichlich Beifall, und auch Laura Wittig aus Goslar, die als Überraschungsgast einen Song zur Gitarrenbegleitung von Rolf Köhlert singt, gefällt trotz ihrer teils hörbaren Unsicherheit.

R. Köhlert & Friends; Foto: Christina Borchers

Rolf Köhlert & Friends: In wechselnden Besetzungen bereiten sie im Bündheimer Schloss die Grundlage für eine rauschende Songnacht.

Foto und Artikel: Christina Borchers, Goslarsche Zeitung von Mi., 24.05.2006

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