Felicitas von Lovenberg:

Die Liebe als Grund oder als Folge der Heirat

Felicitas von Lovenberg im Bündheimer Schloss mit ihrem neuen Beziehungskisten-Buch

Was bewegt zwei Menschen, sich das "Ja-Wort" zu geben und sich somit, rein theoretisch, fürs Leben zu binden? Diese Frage sollte am Samstag für die Gäste des Kulturklubs des Bündheimer Schlosses beantwortet werden, denn Felicitas von Lovenberg las ihr neues Buch "Verliebe dich oft, verlobe dich selten, heirate nie!" vor. Die Literaturkritikerin stellte sehr viel aus ihrem Buch vor und gab verschiedene Definitionen von Ehen, meist auf ironisch komödiantische Weise.

Als "untersten Teil der Evolution" gäbe es, so die Autorin, die profane Liebesheirat. Sie sei der elementarste Grund zu heiraten und auch der wichtigste, man spreche ja vom "Bund der Liebe". Anhand von Statistiken wurde bewiesen, dass Männer glücklicher sind und ein längeres Leben erwarten, wenn sie verheiratet sind, Frauen hingegen als Single der glücklichere Mensch sind und somit die perfekte Ehe auch nicht immer halten muss.

Mit den Fiktionsfiguren Leonard und Sophie stellte die Autorin eine Liebesehe nach, die aber schlussendlich zerbricht. Die Figuren begleiteten den Leser durch das Buch und die verschiedenen Stationen.

Neben der Liebesehe wurden noch drei weitere Ehetypen aufgelistet - und zwar die konventionelle Ehe, die nur eine gute Ehe sei, wenn sie "zwischen einer blinden Frau und einem tauben Mann" geschlossen werde, die Vernunftehe, wo Liebe oft die Folge der Heirat sei, und die Mehrfachehe.

Menschen, die nach einer Scheidung sich erneut haben trauen lassen, wie etwa Ex-Kanzler Gerhard Schröder, wären realistischer und hätten genauere Erwartungen, was ein erneutes Scheitern oftmals verhindern soll. "Mein schlimmster Gegner war meine erste Frau", gestand einst der Boxer Muhammad Ali.

Ein weiterer Punkt der Lesung war die Ehe zu dritt. "Die Lust auf was Neues" führe oft dazu, dass Ehepartner fremdgehen. 80 Prozent der Ehemänner und 50 Prozent der Ehefrauen seien laut Umfragen schon mindestens einmal fremdgegangen.

Die selbst geschiedene Autorin widmete "Verliebe dich oft, verlobe dich selten, heirate nie!" ihrem Ex-Mann, auch wenn es sicherlich eine Art Selbsttherapie für Felicitas von Lovenberg war, dieses Buch zu schreiben, welches den Untertitel "Auf der Suche nach der romantischen Liebe" trägt. Man müsse selbst entscheiden, so schließlich die Autorin, welche Art von Ehe für einen die beste sei - ob nun konventionell oder gar nicht.

Ein wenig paradox waren dann doch die Flyer im Foyer des Schlosses, die ganz entgegen dem Buchtitel mit dem Spruch "Heiraten in Bad Harzburg" warben.

Foto: Maximilian Beck

Felicitas von Lovenberg am Samstag bei ihrer Lesung über das Verlieben, Verloben und Heiraten im Bündheimer Schloss.

Foto und Artikel: Maximilian Beck, Goslarsche Zeitung von Di., 17.01.2006

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