Womedy:

Der Mann am Klavier ist immer der Dumme

Frauenkabarett mit Mann: Comedy-Trio "Womedy" war am Walpurgisabend im Schloss

"Frauen verschwenden mit Männern einfach zu viel Zeit". Das meint Kabarettistin Natascha Petz. So gesehen, war mindestens die Hälfte ihres aktuellen Programms reine Zeitverschwendung. Zusammen mit Lynne Williams und Manuela Siebert ist die dralle Blonde das Comedy-Trio "Womedy" aus Berlin. Genau genommen sind "Womedy" sogar ein Quartett. Denn Hanno, der Pianist, gehört irgendwie dazu. Und irgendwie auch nicht. Aber dazu später.

Wenn Männer für Frauen reine Zeitverschwendung sind, dann zumindest eine abendfüllende und bisweilen höchst amüsante. Mehr als 150 Gäste machten am Samstagabend von der Walpurgisalternative des Kulturklubs Gebrauch und kamen ins Bündheimer Schloss. Wie lustig der Abend für die Herren in der ersten Reihe tatsächlich war, ist schwer zu beurteilen. Für die meisten anderen war es jedenfalls ziemlich lustig. Was "Womedy" macht, ist mit dem vagen Wort Entertainment am leichtesten zu umschreiben. Es ist ein bisschen Kabarett, ein bisschen Varieté, ein bisschen Liederabend und alles in allem ganz schön schrill. Oft auch etwas laut.

"Womedy", das sind drei Frauen wie "aus dem Leben" irgendwo zwischen 30 und Mitte 40. Zunächst also Ulknudel Natascha mit der Berliner Schnauze, liebenswert komisch bis dreist-frivol. Dann die lebenserfahrene, abgeklärte Manuela. Die würde lieber Karriere machen, als in die Rolle von Huhn und Spermium zu schlüpfen. Und schließlich Lynne, die dunkelhäutige Unschuld aus Oberbayern. Sie hat Angst vorm Altern, weil sie bald 34 wird. Die drei also klagen, lästern, jubeln und treten ihre "Probleme" vor dem Publikum breit. Probleme mit Männern, mit dem Älterwerden, mit Schwangerschaftstests und Diätenwahn.

Ja und dann gibt es noch Hanno. Der Mann am Klavier. Der Sündenbock und der Notnagel für unerfüllte erotische Abenteuer. Frei nach dem Motto: Der Pianist ist immer der Dumme. Fast zwei Stunden singen, tanzen und reden sich die vier durch das Programm. Kurzweilig und pointiert. Die üblichen Themen anders aufbereitet. Kabarett, das nicht mit ausgefeiltem Sprachwitz, aber mit Abwechslung und Interaktion überzeugen will. Nett für alle jenseits der ersten Reihe.

Womedy; Foto: Berit Seeger

"Womedy" Natascha Petz , Manuela Siebert und Lynne Williams (von links) bescherten im Schloss eine Walpurgis der etwas anderen Art.

Foto und Artikel: Berit Seeger, Goslarsche Zeitung von Mo., 02.05.2005

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