LaLeLu:

Mit verballhornten Liedern auf Erfolgskurs

A-capella-Comedy-Quartett "Lalelu" feierte auf der Kurhausbühne seinen zehnten Geburtstag

Sie feiern in diesem Jahr bereits ihr zehnjähriges Bühnenjubiläum, haben aber an Spritzigkeit und Einfallsreichtum nichts eingebüßt. Das stellten die Vier von "Lalelu" auch am Samstagabend im Kurhaus unter Beweis, wo sie von 450 Besuchern im großen Saal bereits mit kräftigem Applaus empfangen und zweieinhalb Stunden später erst nach drei Zugaben mit tosendem Beifall verabschiedet wurden.

Die Vorschuss-Lorbeeren, die das Quartett erntete, hatte es sich bei vier vorausgegangenen Auftritten in der Kurstadt verdient. Dementsprechend groß war die Erwartungshaltung bei den Harzer Fans des a-capella-Comedy-Quartetts aus Hamburg, das sich einmal mehr auf Einladung des Kulturklubs ein Stelldichein gab.

Die Besucher wurden nicht enttäuscht. Denn auch das Geburtstagsprogramm der singenden und tanzenden Komödianten konnte sich sehen und hören lassen. Treu geblieben sind sie dabei ihrer Spezialität, der Verballhornung von Melodien, die so bekannt sind, dass man sie (leider) nicht vergessen kann, weil sie sich in die Gehirnwindungen einfressen haben. Mal "quälen" sie ihr Publikum mit einem "Evergreen" von Peter-Maffay ("Und es war Sommer") in ungekürzter Fassung und setzen noch einen oben drauf, indem sie die verbalen Ergüsse im Anschluss auch noch unter literaturkritischen Gesichtspunkten hochjubeln. Dann wieder lassen sie sich zu den millionenfach gedudelten Schlagern neue Texte einfallen, so dass zum Beispiel aus einem Enrique-Iglesias-Schmachtfetzen tatsächlich ein Lied mit einfachem, aber pfiffigem Inhalt wird, in dem dann meist auch ein Körnchen Wahrheit steckt ("Ich fahr' sonst auch nur Roller und muss noch zur Fahrschule").

Auch Vater Julio ("er hatte mehr Frauen als Alfred Biolek und auch Ulli Wickert hat viel von ihm gelernt") war dem a-capella-Quartett einen Beitrag wert. Ob Sohn Enrique tatsächlich ein "früher Erfolg der modernen Klontechnik, produziert aus einer Julio-Locke" ist, wie Moderator Sören Sieg dreist zu behaupten wagte, konnte natürlich nicht abschießend geklärt werden.

Es fehlte fast keiner aus der Riege der Schlagerbarden, die seit Jahrzehnten ihre Ohrwürmer wie eine Plage über den Äther schicken, so auch der von "Lalelu" als "Meister der erotischen Andeutung" entlarvte Roland Kaiser ("Dich zu lieben"). Und zum Abschluss gab es dann quasi als Betthupferl noch ein Potpourri der ewig gesungenen Schlager. Kurzum: eine Geburtstagsparty vom Feinsten, die Sonja Wilts, die große Blonde mit dem schwarzen Kleid und der hauchigen Pop-Stimme, Allrounder Jan Melzer, Imitator Tobias Hanf und natürlich Sören Sieg, Arrangeur, Komponist, Texter und Moderator des erfolgreichen Quartetts im Kurhaus mit ihren Harzer Fans feierten.

Lalelu; Foto: Ralf Kirmse

Hatte auch bei seinem mittlerweile fünften Auftritt in Bad Harzburg die Lacher auf seiner Seite: das a-capella-Comedy-Quartett "Lalelu".

Foto und Artikel: Ralf Kirmse, Goslarsche Zeitung von Di., 08.03.2005

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