Harzbuerger Themenbrueder
feat. Horst Woick:

Vier Männer und ihr Harzerland

Weit mehr als 300 Besucher bei "Singen und Sagen im Harz, Part II" dabei

Im Harz schätzt man die Pünktlichkeit. Noch lange bevor die zweite Auflage von "Singen und Sagen im Harz" am Freitagabend mit einem fröhlichen "Köhlerliesel" angestimmt wurde, hatten die weit mehr als 300 Gäste im Saal des Bündheimer Schlosses ihre Plätze eingenommen - die Veranstaltung war restlos ausverkauft. Das Interesse am Zusammenklang von Harz-Rock und Harz-Geschichten war nach dem Experiment "Harzbuerger Themenbrueder featuring Horst Woick" im Vorjahr nun anscheinend so groß, dass dieses Mal irgendwie jeder dabei sein wollte.

Kantig und romantisch

Den Kulturklub als Veranstalter und die Wirtsleute von der Waldgaststätte "Radau-Wasserfall", die wieder Bewirtung und Dekoration übernommen hatten, dürfte es gefreut haben. So gut also lässt sich das neue, alte Harzer Brauchtum verkaufen - kantig ist es und urig natürlich, aber auch romantisch und ein bisschen spitzbübisch, selbstbewusst und von knorrigem Charme, und bei all dem nicht ohne Witz. Das kommt an. Bei Jung, Alt und Mittelalt gleichermaßen. Bei Menschen, die mit Rockmusik sonst eher selten in Berührung kommen, genauso wie bei denen, die von der Harzer Sagenwelt bisher keinen Schimmer hatten.

Das "Singen und Sagen im Harz, Part II" hatte gegenüber der Premiere in mancherlei Hinsicht zweifelsfrei gewonnen, wenngleich am Konzept wenig geändert worden war. Damit hatten die Veranstalter dem Resümee von der "guten Idee" im Vorjahr Rechnung getragen und vor allem an den Details gefeilt. Beispielsweise an der Tontechnik, die diesmal für einen insgesamt runderen Sound sorgte.

Die Harzbuerger Themenbrueder spielten in kompletter Besetzung mit Thomas Pietscher, Markus Matuschke und auch Horst Mätzig. Der "dritte Mann" war nicht nur musikalisch eine Bereicherung des Abends, Mätzig hatte zudem den einen oder anderen Gag auf Lager. Mit dem eigens für Horst Woick abgewandelten Harzer Gassenhauer "Glück auf, der Steiger kommt" stimmten die Themenbrueder das Publikum auf die Geschichten aus dem Fundus des Ex-Kurdirektors ein. Beim vierten Mal sang der Saal schon mit.

Schmalzbrot und Mythen

Woick erzählte in bekannt unterhaltsamer Weise wieder manch Wissenswertes und Wundersames aus der Harzburger Historie. Beispielsweise, warum das Salzfest gefeiert wird oder was es mit dem Hurenstieg auf sich hat. Mit dem Geschichten-Erzählen wolle er auch an jene Zeiten anknüpfen, als die Menschen sich noch zusammensetzten, um den alten Mythen zu lauschen, so Woick. So war es nun wieder. Bei Überlegungen zur Fortsetzung von "Singen-und-Sagen" bräuchte man sich um seinen Part gewiss keine Sorgen machen, der Geschichten und amüsanten Begebenheiten gäbe es noch genügend zu erzählen. Und mit "Altenauaaa" und "Schmalzbrot" stimmte Harzburgs urigste Boy-Group ihr Publikum ganz allmählich auf die "wahre Hymne des Harzes" ein: "Zehn Dosen Bier".

v.l.n.r.: H. Woick, M. Matuschke, H. Mätzig, T. Pietscher; Foto: Berit Seeger

Harzkenner Horst Woick und die selbsternannten Volksmusik-Anarchos Markus Matuschke, Horst Mätzig und Thomas Pietscher (von links) alias die "Harzbuerger Themenbrueder" im Zusammenklang.

Foto: Berit Seeger, Goslarsche Zeitung Artikel: Berit Seeger
GZ von Mo., 26.01.2004
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