Neujahrskonzert:

Alte Ohrwürmer einmal mehr auf Hochglanz poliert

Das traditionelle Neujahrskonzert des Staatsorchesters Braunschweig im Kurhaus Bad Harzburg wurde mit viel Beifall bedacht

Sie sind mehr als 100 Jahre alt, haben aber trotz des gerade bei der Musik sich ständig wandelnden Zeitgeschmacks nichts von ihrer ursprünglichen Faszination verloren: Die Melodien des Walzerkönigs Johann Strauß und Co. Sie haben sich auf fast unheimliche Weise die Gunst des Publikums bewahrt, sind sogar mehr als je zuvor Renner bei der Programmgestaltung erfolgsorientierter Veranstalter. Der Beweis war das diesjährige Neujahrkonzert des Staatsorchesters Braunschweig in Bad Harzburg am Mittwoch, das vom Kulturklub der Stadt präsentiert wurde. Auf dem Programm standen ausschließlich Werke von Johann und Josef Strauß.

Schon bei der Premieren-Aufführung des Neujahrskonzertes in der restlos ausverkauften Braunschweiger Stadthalle wurde das Orchester mit seinem Dirigenten Daniel Inbal stürmisch gefeiert. Das gleiche Programm veranlasste auch die Harzburger zu immer wieder starkem Applaus, der am Schluss mehrfache Zugaben erzwang. Auf dem Dirigentenpodium stand ein junger musikalischer Leiter, der die Wiener Walzerseligkeit und die Lust an der schmissigen Polka offensichtlich und freudig auslebte. Anfeuernd, gestenreich, dann wieder verhalten und träumerisch, aber immer konzentriert und kompromisslos leitend, führte er das Orchester durch die Werke, wobei seine Hände zu gestalterischen Instrumenten wurde. Seine eindringlichen Gesten wurden von den Musikern wie auch vom Publikum verstanden und zum Teil des musikalischen Erlebens.

Das Staatsorchester selbst wartete wie gewohnt mit einen wunderbaren Klangbild auf, musizierte präzise und polierte manchen alten oft gespielten Ohrwurm zum Hochglanz auf. Fledermaus-Ouvertüre und Frühlingsstimmenwalzer kamen noch wie gewohnt daher. Der "Egyptische Marsch" erfuhr hingegen schon eine Interpretation, die besonders bestach. Die Pizzicato-Polka setzten ebenso einen musikalischen Höhepunkt wie der Delirien-Walzer. Natürlich war auch die "schöne blaue Donau" dabei, die "Rosen aus dem Süden" und dazwischen immer wieder eine fetzige Polka, die die Füße mitwippen ließ. Viel zu schnell ging es in die Pause, und als es nach zwei Stunden zu Ende ging, wollte es das Publikum einfach noch nicht wahr haben und erklatschte sich einige ohnehin wohl eingeplanten Zugaben.

Am Ende trat das ein, was Margarete Demmich für den Kulturklub bei ihrer kurzen Begrüßung empfohlen hatte, für zwei Stunden die Wehwechen zu vergessen, und sich über das "halbvolle" Glas zu freuen. Das Neujahrskonzert ist das zwölfte in Folge. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass davon zehn, wie das vorliegende, völlig ausverkauft waren.

Das Braunschweiger Staatsorchester; Foto: Klaus Röttger

Einmal mehr begeisterte das Staatsorchester Braunschweig - in diesem Jahr unter der Leitung von Daniel Inbal - das Publikum des wieder ausverkauften Bad Harzburger Neujahrskonzertes.

Foto: Klaus Röttger, Goslarsche Zeitung Artikel: Klaus Röttger
GZ von Fr., 09.01.2004
zurück zur Übersicht

Startseite  |  Sitemap  |  Kontakt  |  Impressum
© 2004, Kulturklub Bad Harzburg