Bidla Buh:

Rasant und witzig durch 80 Jahre

"Bidla Buh" luden zur Damenwahl und brachen die Herzen der stolzesten Frauen

Wie hätte es wohl geklungen, wenn Udo Jürgens und die Beatles Stars der 20er Jahre gewesen wären? Oder wenn Falco und Karlheinz Stockhausen Variationen des Gassenhauers "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" geschrieben hätten? Zumindest eigenartig, das steht fest. Aber so eigenartig, dass man es sich nicht anhören könnte?

Die rund 170 Besucher, die auf Einladung des Kulturklubs am Samstagabend von "Bidla Buh" zur "Damenwahl" gebeten wurden, würden diese Frage wohl mit einem klaren "Nein" beantworten. Hans Torge, der Frontmann mit der "akkurat gestopften Trompete", Ole, der galante Herzensbrecher mit der Gitarre und der wunderbar dümmliche Frederic, als Schlagzeuger der "Mann fürs grobmotorische", nahmen die Zuschauer im Schloss mit auf eine rasante und humorvolle Reise durch das musikalische Geschehen der letzten 80 Jahre - und dies ohne jede Grenze oder Verschnaufpause.

So wurde "Rock around the clock" kurzerhand zum "Plattdütsch Rock", Herbert Grönemeyers "Mensch" mit den Klängen von "Somewhere over the Rainbow" unterlegt und im "Kleinen grünen Kaktus" tauchte statt Nachbar Krause nachmittags um vier plötzlich ein ganz und gar "pflanzenfeindlicher" Türke auf. Motto: Nichts ist so abwegig, dass man es nicht ausprobieren könnte.

Das war Nostalgie einmal ganz anders. Mit seinem Programm zerrte das Herren-Trio die guten alten Zeiten nicht einfach nur in die Gegenwart. Durch Tempo, Charme und einen großen Schuss Humor bekamen die Chansons, Schlager und Evergreens eine ganz neue Note. Der Begriff "Musik-Entertainment" trifft den Stil von "Bidla Buh" wohl am Besten. Die Hamburger hopsten quasi vom Eintänzerlokal über die "Comedian Harmonists" auf die RTL-Superstarbühne und über den ZDF-Fernsehgarten mit Umweg Rockkonzert wieder zurück. Und den Leuten hat es gefallen. Es wurde gesungen, gesummt und geklatscht. Und auch das aktive Einbeziehen des Publikums - was so manch anderer Show schon den Zahn gezogen hat - bei "Bidla Buh" kam es an.

Sogar die Sache mit der "Damenwahl" hat am Ende noch funktioniert. Aber wer kann drei "tollkühnen und so unverschämt gut aussehenden jungen Männern", die hartnäckig zum Schneewalzer bitten, schon auf Dauer widerstehen?

Bidla Buh; Foto: Eicke Zenner


Nostalgische Schlager und witzige Chansons im Frack des neuen Jahrtausends. Ole, Hans Torge und Frederic (von links) reisten im Bündheimer Schloss gekonnt durch 80 Jahre Musikgeschichte.

Foto: Eike Zenner, Goslarsche Zeitung Artikel: Eike Zenner
GZ von Mo., 23.02.2004
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