Mitgliederversammlung 2012:

Kulturarbeit ist nicht nur rosarot

Jahreshauptversammlung: Kulturklub fährt auf der Erfolgsschiene, aber es gibt auch Hürden zu überwinden


30 Veranstaltungen im Jahr mit insgesamt mehr als 10000 Besuchern, explodierende Mitgliederzahlen -und am Ende des Jahres keine finanziellen Verluste: Der Kulturklub zog während der Jahreshauptversammlung zufrieden Bilanz. Aber das Leben ist nicht nur rosarot

Dem Klub geht es gut. Vorsitzender Detlef Linke berichtete von ausverkauften Veranstaltungen, tollen Künstlern, viel Unterstützung aus der heimischen Wirtschaft, ganz viel Unterstützung von der Stadt und einen regelrechten Boom auf dem Mitgliedersektor. 514 Menschen sind aktuell im Kulturklub, fast 100 mehr als im Vorjahr und da hatte man sich schon über einen satten Anstieg gefreut. Der Verein ist beliebt, Linke und sein Team stört das natürlich überhaupt nicht. Denn für die Mitglieder und von den Mitgliedern lebt der Verein.

Dennoch musste das leidige Thema Beitragserhöhung auf den Tisch - das erste Mal übrigens in der 20-jährigen Geschichte des Kulturklubs. Gestartet war man 1992 mit 10 D-Mark pro Nase und Monat. Aktuell zahlt ein Mitglied 5 Euro. Faktisch wurde der Beitrag also sogar gesenkt. Nun allerdings muss der Klub ein wenig mehr haben. Denn die Kosten laufen davon. Angesichts einer zu erwarteten Reform der Gema-Gebühren (die Gema kassiert im Namen der Autoren und Komponisten Geld für musikalische Aufführungen) könnten sie sogar explodieren. Bei manchen Konzerten könnten sie um das Fünf- bis Sechsfache ansteigen. So dicke hat es der Verein auch nicht. Also: pro Monat 1Euro mehr Beitrag von jedem Mitglied ab 1. Januar - damit könnte man die Gema-Problematik kompensieren und sei womöglich auch noch auf anderen Ebenen im sichereren Bereich. Die Mitgliederversammlung nickte die Beitragserhöhung einstimmig ab.

Ein wenig kontroverser wurde die Diskussion bei der Frage, wie man die Sitzplatzproblematik im Bündheimer Schloß würde lösen können. Bei vollen oder gar ausverkauften Veranstaltungen sind die besten Plätze früh weg, weil sie nicht nummeriert sind, beschwerte sich ein Mitglied offiziell per Antrag. Wer zuerst kommt, sieht am besten. Wer zu spät kommt, sitzt, wenn er Pech hat, hinter einer Säule. Und die "Zuerstkommer" sind mitunter schon eineinhalb Stunden vor Veranstaltungsbeginn da.

Der Vorstand ist sich des Problems bewusst - nur lösen kann man es laut Linke kaum. Die Säulen lassen sich nicht wegzaubern, eine Sitzplatznummerierung wäre ein unverhältnismäßig hoher Aufwand. Und mit ausverkauften Veranstaltungen ins Kurhaus umzuziehen, sei allein schon wegen der dort so hohen Miete unverhältnismäßig. Vom Ambiente ganz zu schweigen. Man werde sich aber Gedanken machen.

Apropos Kurhaus: Dort veranstaltet der Kulturklub im Auftrag der Stadt die Theatergastspiele auf der "Bühne Bad Harzburg". Einst war das das Sorgenkind des Kultursektors, doch in der vergangenen Saison 2011/12 seien die Besucherzahlen kräftig angestiegen, berichtete Linke. Allerdings stiegen auch die Kosten. Ergo: Die Stadt muss mehr Geld zuschießen. Für die im Oktober startende Spielzeit scheint es womöglich ähnlich zu laufen, die Zahl der Abonnenten dürfte zu halten sein. Wie es mit dem Einzelverkauf ausschaut, vermag noch niemand zu sagen.

Zumal nun zusätzliche Theaterstücke aus dem Odeon-Theater Goslar in den Kursaal gezogen sind. Das vergrößert zwar das Angebot, dürfte aber auch dem heimischen Theater Konkurrenz machen. Linke enthielt sich einer Wertung aber. "Dass wir da nicht glücklich sind, kann man sich vorstellen."

Quelle: Goslarsche Zeitung
, . Juli 2012
Text: Holger Schlegel

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