Programm für eine ganze Stadt

Kulturklub zieht Bilanz des Veranstaltungsjahres - Attraktives Angebot kostet immer mehr Geld

"Wir können froh sein, denn ohne den Verein würde die Kultur in Bad Harzburg am Boden liegen", sprach Ratsherr Wolfgang Kullig offizielle Worte der Stadt bei der Jahreshauptversammlung des Kulturklubs. Dem Vorsitzenden Detlef Linke und seinem Vorstandsteam ging das natürlich herunter wie Öl. Der Kulturklub steht mehr als andere Vereine im Fokus der Öffentlichkeit - und Lob von oben ist da noch ein Stückchen mehr wert. Seit 1992 gestaltet der Klub im Auftrag der Stadt das Bad Harzburger Kulturprogramm, zudem betreut er die Theaterspielzeit der "Bühne Bad Harzburg".

35 Veranstaltungen

In Zahlen ausgedrückt wurde der offizielle Auftrag im vergangenen Jahr wie folgt erfüllt: 28 Veranstaltungen und sieben Theateraufführungen wurden auf die Beine gestellt, 10 450 Besucher gezählt (durchschnittlich 290 pro Veranstaltung) und 318 000 Euro umgesetzt.

Wobei Linke noch einmal darauf aufmerksam machte, dass ohne den finanziellen Zuschuss der Stadt (10 000 Euro pro Jahr) und die ebenfalls städtische personelle Unterstützung durch eine hauptamtliche Kraft im Kulturklubbüro (Kerstin Möser) die Arbeit nicht zu leisten gewesen wäre.

Zumal die allgemeine Lage nicht besser wird: Die Besucherzahlen gehen leicht zurück, die Kosten für qualitativ hochwertige Veranstaltungen indes steigen. Besonders für die mit "großen Namen", auf die aber eigentlich immer wieder gern gesetzt wird: Bekannte Autoren verlangen mitunter bis zu 7000 Euro Gage - eine Größenordnung, bei der der Verein von einem Engagement jedoch dankend absieht.

Dennoch gelingt es immer wieder, Berühmtheiten in die Stadt zu holen. Im vergangenen Jahr kamen beispielsweise Oskar Lafontaine, Pierre Brice, Eva-Maria Hagen, Rufus Beck Stefan Jürgens und André Eisermann.

Darüber hinaus gestaltete der Verein auch wieder Abende mit lokalen Künstlern (zum Beispiel Dr. "Jazz" Wolfgang Schömbs) und bot Veranstaltungen zu aktuellen Themen (von Ayurveda bis Stressbewältigung) an.

Die "Bühne Bad Harzburg" schippert ebenfalls in ruhigen Gewässern. Die Zahl der Abonnenten ist in der Saison 2005/06 zwar von 327 auf 316 gesunken. Doch für die neue Spielzeit, die im Spätsommer beginnt, ist eine Steigerung in Sicht. Denn die abgelaufene Saison überzeugte im Gegensatz zu der davor mit guten Stücken, was sich immer wieder positiv auf die dann folgende Spielzeit auswirkt.

Theater steht noch gut da

Mit einem Kostendeckungsgrad von 52 Prozent steht das Harzburger Theater im Vergleich zu anderen noch recht gut da. Wolfgang Kullig jedenfalls erinnerte sich mit unguten Gefühlen an Zeiten, in denen die öffentliche Hand ordentlich Geld hatte zubuttern müssen. Deshalb sagte Kullig im Namen der Stadt Danke: "Halten Sie die Kultur in Bad Harzburg hoch."

Oskar Lafontaine ; Foto: H. Schlegel

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Quelle: Goslarsche Zeitung
Dienstag, 06. Juni 2006
Text und Foto: Holger Schlegel

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